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Stechmücke

Mückenplage: Widerstand gegen Bakterium-Einsatz

Iffeldorf - Soll Iffeldorf die Stechmücken mit dem Bakterium BTI bekämpfen? Eine Entscheidung hat der Gemeinderat verschoben.

Der Iffeldorfer Gemeinderat befasste sich – wegen des Drucks aus der Bevölkerung – zum wiederholten Mal mit der Frage, ob Stechmücken-Larven wie seit vielen Jahren am Chiemsee oder in den Rheinauen mit dem Bakterium BTI („Bacillus thuringiensis isrealensis“) bekämpft werden sollen. Zur Entscheidung kam es nicht. Ein Teil des Gemeinderats hegt große Bedenken, dass das Bakterium auch andere Tiere schädigen könnte, und misstraut den Worten des Tölzer Diplom-Biologen Matthias Galm, der die Gemeinde berät.

Seit dem Jahr 2013 wird in der Osterseengemeinde immer wieder über eine Bekämpfung der Stechmücken gesprochen. Damals habe es in Folge eines Hochwassers eine extreme Belastung durch Mücken gegeben, so Vize-Bürgermeister Hans Lang, der die Sitzung leitete. Das Problem sind die Tümpel, Pfützen und Überschwemmungsflächen, in denen sich die Mückenlarven ungestört entwickeln können. In den Osterseen selbst haben sie Fressfeinde.

Nach einem neuen Angebot des Tölzer Biologen Galm würde es laut Lang 4000 bis 5000 Euro kosten, das Bakterium BTI zumindest außerhalb des Naturschutzgebietes per Hand auszubringen. Dazu müssten vorab die entsprechenden Flächen – von der Pfütze bis zur Streuwiese – kartiert werden, was zusätzlich rund 600 Euro kosten würde.

Teile des Gemeinderats befürchten jedoch, dass BTI nicht nur die Stechmücken, sondern auch andere Tiere schädigen könnten. Sie bemängelten, dass es bislang keine unabhängigen Untersuchungen gebe. Am Ende einigte sich der Iffeldorfer Gemeinderat zumindest darauf, mit Hilfe der örtlichen Limnologische Station an eine unabhängige Wissenschaftler-Meinung zu kommen.

(mehr Mückenplage und Bedenken in der Oster-Ausgabe von Penzberger Merkur und Weilheimer Tagblatt)

wos

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