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Übergan g „Heuwinkl“: Das Andreaskreuz bleibt, aber das Blinklicht wird durch eine gelb-rote Ampel ersetzt.

Bahnübergang Iffeldorf wird umgebaut

Verwirrspiel um Halbstundentakt

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Auch der Bahnübergang in Iffeldorf wird im Zuge der Modernisierung der Strecke Tutzing-Kochel umgebaut. Doch ob es dann endlich den gewünschten Halbstundentakt in Iffeldorf gibt, ist fraglich. Von den Beteiligten gibt es widersprüchliche Aussagen.

Iffeldorf – Die Bahn steckt bis Herbst 2018 viel Geld in neue Stellwerkstechnik auf der Strecke Tutzing-Kochel. Insgesamt rund 20 Millionen Euro fließen laut Konzern in die Kochelseebahn. Darunter fällt auch ein umfangreicher Umbau des Iffeldorfer Bahnübergangs. Doch ob sich damit ein großer Wunsch von Gemeinde und Bürgern erfüllt, ist unklar: Denn eine klare Aussage zur Einführung des Halbstundentakts im Berufsverkehr vermied der Vertreter der Bahn bei der jüngsten Bürgerversammlung. Im Gegenteil: Das Unternehmen und die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) schieben sich auf Anfrage gegenseitig den schwarzen Peter zu.

Bei der Versammlung sprach Bürgermeister Hubert Kroiß das Thema an, dass vielen in der Osterseengemeinde unter den Nägeln brennt. „Iffeldorf ist ein Stiefkind, was den Halt der Züge anbelangt“, sagte der Rathauschef und wollte von Bahn-Vertreter Guido Rupp eines wissen: Gibt es für seine Kommune mit dem umgebauten Bahnübergang und der modernen Streckentechnik auch einen Halbstundentakt? Kroiß und die rund 120 Zuhörer wurden jedoch enttäuscht. Wie schon tags zuvor bei einem Infoabend in Penzberg konnte Rupp, Projektleiter „Anlagenplanung“ bei der in Nürnberg sitzenden „Regionalnetze Süd“ der DB Netz, keine Auskünfte zu künftigen Fahrzeiten geben. „Wir sind die Bauabteilung der Bahn.“ Eines gab er jedoch zu: „Technisch ist es möglich“, sagte Rupp, verweis dann aber umgehend auf die BEG – diese sei schließlich der Auftraggeber für die Zugverbindungen. Im Fokus der jetzigen Technik-Offensive stünde Sicherheit und Zuverlässigkeit „und nicht das schnelle Fahren“, sagte der Anlagenplaner.

Bei der Bahn hält man sich ebenfalls zurück. „Für eine Taktverdichtung liegen der Deutschen Bahn noch keine Aufträge vor“, teilte ein Bahnsprecher mit. „Eine Grundsatzentscheidung, ob eine Taktverdichtung notwendig und gewünscht ist, liegt bei der BEG.“ Anschließend gelte es zu klären, wer die für eine Taktverdichtung notwendigen Ausbauarbeiten finanziert. In der Regel übernimmt dies für reine Regionalbahnstrecken der Freistaat Bayern, heißt es vom Unternehmen.

Bei der Bayerischen Eisenbahngesellschaft will man sich diesen Schuh jedoch nicht anziehen. „Den Verweis eines Bahnvertreters auf der Bürgerversammlung auf die BEG können wir nicht nachvollziehen“, teilt Geschäftsführer Dr. Johann Niggl auf Nachfrage mit. „Der Halbstundentakt für Iffeldorf in den Hauptverkehrszeiten wurde von uns bereits zur Inbetriebnahme des Wettbewerbsnetzes Werdenfels im Dezember 2013 bei DB Regio bestellt.“ Die BEG habe für alle Züge Halte, auch für Iffeldorf, geordert. Leider habe sich laut Niggl im Zuge der Inbetriebnahmeplanung herausgestellt, dass der Halbstundentakt für Iffeldorf in den Hauptverkehrszeiten ab Betriebsstart nicht angeboten werden könne, „da die dafür erforderliche, ursprünglich von DB Netz zugesagte Infrastruktur nicht rechtzeitig fertig wurde“.

Seither – „das sind nunmehr schon fast dreieinhalb Jahre“ – frage die BEG in den regelmäßigen Gesprächen mit DB Netz nach dem Stand der Infrastrukturplanungen. „Damit der Halbstundentakt für Iffeldorf wie geplant realisiert werden kann“, ergänzt Niggl. Die Bahn plant für Herbst 2018, zwischen 8. und 16. November, die Inbetriebnahme aller Stellwerke und der umgebauten Bahnübergänge auf der Kochelseebahn. Bei der BEG geht man dann immer noch von einem Halbstundentakt in Iffeldorf aus. Offiziell heißt es aus München: „Sobald die netztechnischen Voraussetzungen erfüllt sind und die Fahrbarkeit von DB Netz bestätigt wird, kann die Bestellung aller Halte in Iffeldorf umgesetzt werden.“

Ungeachtet dessen gab die Bahn Details zum Bahnübergang Iffeldorf bekannt.  „Heuwinkl“ in Untereurach mit seiner Technik von 1957 erhält ein neues Gesicht. Der Umbau von „17,9“, wie er in Anspielung auf seinen Kilometer-Standort intern genannt wird, erfolgt im September und Oktober 2018. Laut Guido Rupp von der DB Netz wird die Fahrbahn verbreitert, so dass die gesetzlich vorgeschriebenen zwei Lastwagen aneinander vorbeifahren können. Zudem wird der nicht sehr breite Gehweg an der Nordseite in Richtung Wohngebiet verschoben und bekommt einen eigenen Übergang über das Gleis – gesichert mit Schranken und Lichtzeichen. An der Südseite erhält der Geh- und Radweg ein neues Geländer. Der Übergang wird weiter mit Halbschranken gesichert, auch das Andreaskreuz bleibt. Allerdings wird das rote Blinklicht („Kuchenblech“) aus Sicherheitsgründen durch eine gelb-rote-Ampel ersetzt. 

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