Womöglich steigt in Iffeldorf der Abwasserpreis

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In Iffeldorf wird womöglich der Abwasserpreis steigen. Entwarnung gibt es aber bei den Trinkwassergebühren.

Iffeldorf - Eigentlich hatte Iffeldorfs Bürgermeister Hubert Kroiß im Mai bei der Bürgerversammlung beruhigt: Eine Erhöhung der Abwassergebühr sei momentan kein Thema, erklärte er damals seinen Zuhörern. Zuletzt war der Preis im Jahr 2010 um 30 Cent auf 2,35 Euro je Kubikmeter angehoben worden.

Doch jetzt sieht es anders aus. Dass die Gemeinde an der Gebührenschraube für das Abwasser dreht, „könnte ich mir vorstellen“, sagt Kroiß vier Monate später gegenüber der Heimatzeitung. Hintergrund: Iffeldorf stehen im Kanalleitungsnetz größere Investitionen ins Haus, wie jüngst im Gemeinderat zu hören war.

2013 hatten die Prüfer des Münchner Ingenieurbüros Pecher & Partner zuletzt die Iffeldorfer Preise für Trinkwasser und Abwasser unter die Lupe genommen. Heraus kam damals eine satte Erhöhung des Wasserpreises um 77 Cent auf 1,65 Euro pro Kubikmeter – Grund war das Defizit in dieser Sparte wegen der teuren Modernisierung der Versorgung gewesen. Laut Kroiß muss nun nach maximal vier Jahren eine neue Kalkulation für Wasser und Abwasser erfolgen. In der jüngsten Sitzung beauftragte der Gemeinderat das Münchner Büro damit, die neuen Beiträge für Wasser und Abwasser zu ermitteln und zugleich die Geschossflächen zu erfassen. Lediglich Andreas Ludewig (UWÖ) stimmte gegen die Vergabe, er war mit der damaligen Arbeit des Büros nicht zufrieden gewesen.

Beim Trinkwasser immerhin kann der Bürgermeister Entwarnung geben. „Dort sei derzeit „alles in bester Ordnung“, sagte Kroiß auf Nachfrage der Heimatzeitung. Die Sparte habe in den vergangenen zwei Jahre stets einen Überschuss erzielt. Deshalb sei dort eher nicht mit einer Erhöhung zu rechnen, vielleicht gehe der Preis sogar runter, so Kroiß.

Anders sieht es bei der Abwasserentsorgung aus. Dort gibt es ein Sorgenkind: Die kleinere von zwei Leitungen nach Penzberg ist in einem schlechten Zustand. Die größere Leitung wurde kürzlich saniert und „läuft perfekt“, so Kroiß. Aber das Pendant ist immer wieder defekt und weist Risse auf, erklärte der Bürgermeister. Er lässt deshalb gerade ein Angebot zur Reparatur erstellen. Doch dies, weiß er schon jetzt zu berichten, werde nicht billig wegen der aufwendigen Arbeiten – angesichts des geringen Durchmessers des Rohres kann nicht einfach ein neuer „Inliner“ eingezogen werden. Auf diese zweite Leitung kann die Gemeinde nicht verzichten: „Die brauchen wir“, betonte der Rathauschef – beim jüngsten Starkregen wurde sie in Betrieb genommen, zum Glück sei nichts passiert. Kosten für die Sanierung liegen noch nicht auf dem Tisch, die Ausgaben wird die Gemeinde jedoch mit über die Verbraucher finanzieren. Die Kosten werden in die Gebührenkalkulation einfließen, so Kroiß. Dass mit der Penzberg-Leitung etwas getan werden muss, war im Gemeinderat unstrittig. Georg Goldhofer (CSU) nannte es fahrlässig, wenn die Kommune nicht reagiert und lediglich mit einer Abwasserleitung arbeitet: „Wenn da was ist, können wir mit Odelfässern anrückem.“

Rubriklistenbild: © dpa

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