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Die Kochelseebahn, hier im Penzberger Bahnhof, soll öfter in Iffeldorf halten. 

Zusätzliche Stopps in Iffeldorf

Hoffnung auf den Halbstundentakt

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In Iffeldorf keimt einmal mehr Hoffnung, dass es  noch etwas mit einem Halbstundentakt der Bahn im Berufsverkehr werden könnte. Grund dafür ist ein Schreiben an die Gemeinde.

Iffeldorf –  Bisher rauscht jeder zweite Zug durch – anders als bei anderen Haltestellen auf der Kochelseestrecke. Genährt wird Hoffnung durch ein Schreiben der Bayerischen Eisenbahngesellschaft. In dem Brief an die Gemeinde versichert die Gesellschaft, „mit Nachdruck das Ziel zusätzlicher Halte in Iffeldorf zu verfolgen“. Allerdings mit einer Einschränkung: Erst muss die Deutsche Bahn die Strecke so modernisiert haben, dass ausreichend Zeit für die zusätzlichen Stopps bleibt.

In jüngster Zeit hatten sich die Eisenbahngesellschaft und die Bahn gegenseitig den Schwarzen Peter zugeschoben. Um das zu verstehen, muss man wissen: Die Bahn baut und modernisiert die Strecken, sie fährt auch die Züge. Aber damit dies auf den Regionalstrecken geschieht, muss die Bayerische Eisenbahngesellschaft erst einen Auftrag erteilen. Die Gesellschaft ist zu 100 Prozent im Besitz des Freistaats.

Im vergangenen Mai hatten Vertreter der Bahn bei Gesprächen in Penzberg und Iffeldorf behauptet, die laufende Modernisierung habe nichts mit dem Halbstundentakt in Iffeldorf zu tun. Und ein Auftrag für eine Taktverdichtung liege nicht vor. Daraufhin hatte die Eisenbahngesellschaft – auf Nachfrage unserer Zeitung – gekontert, der Halbstundentakt für Iffeldorf sei bereits im Dezember 2013 geordert worden. Seither werde regelmäßig nachgefragt, ob er realisiert werden kann. Vor drei Wochen erklärte der Chef der Eisenbahngesellschaft, Johann Niggl, in einem Interview mit unserer Zeitung, massiv verärgert zu sein. „Wir hoffen, dass die DB Netz das endlich hinbekommt und die Züge dort halten können.“

In dem aktuellen Schreiben an die Gemeinde Iffeldorf präzisiert Johann Niggl seine Aussagen. Er erklärt, dass die Kochelseebahn unter einem „relativ hohen Verspätungsniveau“ leide, was sich in einem Art Dominoeffekt auf die Linie München-Garmisch-Partenkirchen sowie bis nach München-Pasing und zum Münchner Hauptbahnhof auswirken könne. Um die „Betriebsstabilität auf ein akzeptables Niveau zu heben“, muss ihm zufolge Fahrtzeit eingespart werden. Das ist laut Niggl geschehen, indem auf der Strecke zwei Brücken – bei Penzberg und Ried – ersetzt und auf diese Weise Langsamfahrstellen beseitigt wurden. Der Zeitgewinn reiche aber noch nicht für die zusätzlichen Stopps in Iffeldorf. Ein weiterer Zeitgewinn auf der Strecke soll ihm zufolge die Errichtung eines elektronischen Stellwerks in Weilheim bringen. „Unser Ziel ist es, danach mit allen Zügen in Iffeldorf zu halten“, schreibt Niggl. „Ob dies möglich sein wird, können wir jedoch erst beurteilen, wenn die genauen Planungen von DB Netz voraussichtlich in einigen Monaten vorliegen.“

Was er nicht sagt: Bis das Stellwerk in Weilheim steht, dauert es noch. Nach aktuellem Zeitplan der Bahn wird dies im November 2018 sein.

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