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In Coronazeiten standen oft so viele Wohnmobile auf dem Hohen Peißenberg wie auf diesem Bild aus dem Herbst 2018. 

In Coronazeit mehr Konflikte auf dem Hohen Peißenberg

Der Hohe Peißenberg ist immer ein beliebtes Ausflugsziel, in Corona-Zeiten entwickelte er sich zum touristischen Magneten. Dadurch nahmen auch die Beschwerden über rücksichtslose Radler, Motorrad- und Autofahrer sowie Wohnmobilbesitzer zu.

Hohenpeißenberg – Schon vor Corona war der Hohe Peißenberg ein Ausflugsziel, das Besucher weit über die Landkreisgrenzen hinaus angezogen hat. Durch die Reise- und Ausgangsbeschränkungen und durch den plötzlich gestiegenen Sport- und Bewegungsdrang zog es noch viel mehr Besucher auf den Berg als zuvor. „In Corona-Zeiten ist der Berg zum Hotspot geworden“, sagte Bürgermeister Thomas Dorsch in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Das Thema war zur Sprache gekommen, als Rudi Hochenauer von rücksichtslosen Radlfahrern berichtete, die abseits der Wege über die Wiesen brettern und dabei seltene Pflanzen zerstören: „Es gibt gedankenlose Mountainbiker, die Orchideen abrasieren“, sagte er.

Diese habe es in den von Corona geprägten Wochen vermehrt auf den Hohen Peißenberg gezogen, sagte der Bürgermeister. Und auch wenn sich die meisten Radlfahrer, Wanderer und Fußgänger rücksichtsvoll verhalten würden, habe es auch zunehmend „heftige Konflikte zwischen Fußgängern und Mountainbikern“ gegeben, seien viele Beschwerden bei ihm angekommen.

Zum Beispiel über Radfahrer, die die Treppe, die am Pfarrhaus vorbei zum oberen Parkplatz führt, hinunterrasen würden ohne darauf zu achten, ob dort jemand aus der öffentlichen Toilette komme. „Gegenseitige Rücksichtnahme wäre die Lösung, dann könnte es auch mit vielen Menschen gut funktionieren“, sagte Dorsch. Verstärkt habe es auch Beschwerden über die Lärmbelastung durch röhrende Motorräder und rasende Autos gegeben. „Das ist ein großes Problem“, sagte Dorsch, „nicht nur am Berg, auch auf den Zubringern.“ Auch die Situation auf dem unteren Parkplatz, der in den vergangenen Wochen unter Camper- und Wohnmobilfahrern besonders beliebt war, wurde angesprochen. Man könne den Eindruck bekommen, dass der Parkplatz immer mehr zum Campingplatz werde, sagte ein Gemeinderat und erkundigte sich nach Möglichkeiten, diese Entwicklung einzudämmen.

Dorsch bestätigte, dass es in Corona-Zeiten deutlich mehr Campingbus-Fahrer auf den Hohen Peißenberg gezogen hat. Auch diese hätten sich in der Regel rücksichtsvoll verhalten, aber es habe auch zu Recht Beschwerden über Camper gegeben, die das öffentliche Klo verschmutzt hinterlassen oder es als Waschraum benutzt hätten. „Man hat schon gemerkt, dass noch mehr droben sind als sonst.“ Auch das Müllproblem habe sich verschärft, was aber nicht allein an den Wohnmobil-Touristen liege.

Wenn der Gemeinderat Handlungsbedarf sehe, müsse über eine Park-Gebühr nachgedacht werden. Diese würde dann aber auch die Einheimischen treffen und nicht nur die Touristen. Zudem könne diese Entscheidung nicht alleine von der Gemeinde getroffen werden, weil diese nicht Eigentümer des Parkplatzes sei. Dorsch sieht diesbezüglich noch keinen akuten Handlungsbedarf. Seiner Ansicht nach hat die Corona-Krise und ihre Folgen die Situation mit den Wohnmobilen zugespitzt: „Corona hat es stark verschärft, sonst ist es überschaubar.“ Er schlug vor, zu schauen, wie sich die Lage weiter entwickelt. „Das war ein spezieller Fall“, sagte der Bürgermeister: „Man muss abwarten, wie es sich nach Corona entwickelt.“

Die allermeisten Besucher seien auf dem Hohen Peißenberg herzlich willkommen, es seien immer nur einzelne, die sich schlecht benähmen. „Wir sind stolz auf unseren Berg und freuen uns über Besucher“, sagte Dorsch: „Es stört auch nicht, wenn Leute den Parkplatz und die Aussicht genießen, wenn sie sich anständig verhalten, ihren Müll mitnehmen und das öffentliche Klo nicht versauen.“

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