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Thomas Feistl mit seiner Frau Angelika und seinem kleinen Sohn Leonhard im vergangenen Jahr. 

Der 39-Jährige ist seit drei Jahren in Oberhausen im Amt

Halbzeit-Bilanz von Bürgermeister Feistl

Drei Jahre nach der Kommunalwahl zieht Thomas Feistl  (39) im Interview eine Halbzeit-Bilanz für seine erste Amtszeit als Bürgermeister von Oberhausen.

Oberhausen – Thomas Feistl hat sich vor drei Jahren gegen seine Mitbewerberin Anneliese Reichert-Schwaiger durchgesetzt und den 24 Jahre amtierenden Georg Sterzer als Bürgermeister von Oberhausen abgelöst. Wir sprachen mit ihm über sein neues Leben, seine Pläne für die Gemeinde und sein Ehrenamt.

-Was hat Ihr Leben mehr verändert, die Geburt Ihres Sohnes vor zweieinhalb Jahren oder die Wahl zum Bürgermeister vor drei Jahren?

Schwer zu sagen, das ging praktisch Hand in Hand. Weder die Geburt noch das neue Amt einzeln hätten mein Leben so komplett umkrempeln können, aber beides in der Summe hat mein Leben dann doch auf den Kopf gestellt.

-War es für Sie als junger Bürgermeister anfangs schwierig, da ihr Vorgänger Georg Sterzer gefühlte 100 Jahre im Amt war?

Eigentlich nicht. Mein Vorgänger war super, er hat sich überhaupt nicht eingemischt. Dank der Verwaltung konnte ich viele Dinge ganz neu aufgreifen. Vieles war natürlich komplett neu, das war dann schon schwierig.

-Was steht neben Kinderhausbau und Rathausumbau in den nächsten Jahren auf der Agenda der Gemeinde?

Das gibt es viel: Hochwasserschutz, Einheimischenmodell, seniorengerechtes Wohnen und das städtebauliche Konzept mit Eglfing und Huglfing. Letzteres müssen wir mit Leben erfüllen. Die Infrastruktur ist das Wichtigste, was eine Gemeinde machen kann. Das sind die Grundlagen für ein angenehmes Leben, jeder im Dorf soll sich wohlfühlen und keiner wegziehen. Das ist meine Vision.

-Das Klima im Gemeinderat war nach der Wahl etwas frostig, hat sich das gebessert?

Ja. Wir diskutieren sehr kontrovers, aber auch sehr sachlich.

-Sie sind ehrenamtlicher Bürgermeister und arbeiten die halbe Woche in Garmisch-Partenkirchen, ist das für eine Gemeinde wie Oberhausen mit über 2200 Einwohnern noch zeitgemäß?

Zumindest ist es eine sportliche Herausforderung. Dankenswerterweise helfen mir die Verwaltung und der 2. Bürgermeister Rudolf Sonnleitner dabei sehr gut. Die Belastung ist schon grenzwertig, sie hängt ja auch viel von dem ab, wie viele Projekte ich anstoße oder ob ich die Gemeinde nur verwalte. Momentan läuft viel. Ich habe, wenn ich als Bürgermeister arbeite, keinen Puffer, um zum Beispiel am Nachmittag mal eine Stunde aus dem Büro zu gehen, wenn ich abends noch Termine habe.

-Werden Sie denn im Jahr 2020 wieder antreten, dann vielleicht, um hauptamtlicher Bürgermeister zu werden?

Kann ich heute nicht beantworten. Man muss schauen und sich umhorchen, ob es für die Bürger überhaupt in Frage kommt, mich wieder zu wählen. Ich erhalte praktisch kein Feedback. Aber vielleicht gilt ja der Spruch „Nix gsagt ist globt gnua“.

Interview: Johannes Thoma

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