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IT-Konzept für die Schulen im Landkreis Weilheim-Schongau: „Immens teuer" geworden

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Von: Sebastian Tauchnitz

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Den Einsatz von IT an den Schulen lässt sich der Landkreis einiges kosten.
Den Einsatz von IT an den Schulen lässt sich der Landkreis einiges kosten. © Symbolfoto: dpa

Die Corona-Krise hat heuer alles durcheinandergewirbelt. So wurde auch der Bericht über den aktuellen Stand der Umsetzung des IT-Konzepts für die Schulen im Landkreis auf den Herbst verschoben. Klar ist jetzt schon: Es funktioniert, aber es ist „immens teurer“ geworden.

Landkreis – Kreiskämmerer Norbert Merk ist zufrieden: „Die Umsetzung des IT-Konzepts an den Schulen des Landkreises erfolgte bislang weitestgehend reibungsfrei. Bisher hatten wir kaum negative Resonanz von den Betroffenen“, sagte er auf Anfrage der Heimatzeitung.

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Es war ein großer Schritt, den der Landkreis ging: Für die Betreuung der IT in den einzelnen Schulen wurden Firmen beauftragt – jeweils eine für den Raum Weilheim, Schongau und Penzberg. Die Idee dahinter ist einfach. Früher war es oft so, dass ein Lehrer neben seiner normalen Tätigkeit noch Kabel ziehen und Netzwerke betreuen sollte. Lehrer sollen sich aber, so wollte es der Kreistag, besser darum kümmern, wie die modernen Techniken sinnvoll im Unterricht genutzt werden sollen. Deswegen haben nun die Firmen die Betreuung der Schul-IT übernommen. „Insbesondere für die Schulen im Penzberger Raum war das etwas komplett neues, weil es dort bislang keinerlei Betreuung gab“, so Merk weiter.

Einzig für den Aufbau einer neuen, abgestimmten und standardisierten Netzwerkinfrastruktur in den Schulen ist die IT-Abteilung des Landkreises zuständig. „Hier sind wir noch nicht so weit, wie wir gewollt hätten“, räumt Merk ein. Das liege aber auch daran, dass die IT in Zeiten von Homeoffice und Lockdown heuer alle Hände voll zu tun hatte.

Beim Kauf von größeren Mengen von Geräten für die Schulen im Landkreis lassen sich bessere Konditionen aushandeln

Die Vorteile des neuen Konzept seien klar: Die Lehrer werden entlastet, es gibt in allen Schulen in Trägerschaft des Landkreises eine gleiche technische Basis. Dazu komme noch der Umstand, dass man Hardware wie PCs, Laptops, Beamer, Tablets oder Whiteboards jetzt gemeinsam und in größeren Mengen einkaufen kann. Dadurch lassen sich bessere Konditionen aushandeln. Und wenn es einmal schnell gehen muss wie bei der Anschaffung von 463 Leih-iPads für Schüler aus sozialschwachen Familien (wir berichteten), dann kann man sich dank fix und fertig ausgehandelter Rahmen-Lieferverträge die aufwändige Ausschreibung sparen.

Das alles ist praktisch – und teuer. „Immens“ sei die Kostensteigerung im Vergleich zum Vorjahr, räumt Norbert Merk in seiner Funktion als oberster Hüter der Landkreis-Finanzen ein. Rund 800 000 Euro werden heuer insbesondere für die Betreuung der Schulen durch Fachfirmen fällig. „Dabei muss man aber auch beachten, dass das bestehende Angebot deutlich ausgebaut oder, wie im Fall Penzberg, überhaupt erst geschaffen wurde“, so Merk.

Für ihn ist die Debatte über die künftige IT-Infrastruktur im Landkreis damit aber noch nicht abgeschlossen. Vielmehr betrachtet Merk das vom Kreistag erarbeitete Konzept als Vorarbeit für eine mögliche große Lösung. Diese war bereits im vergangenen Jahr ins Gespräch gebracht worden.

Kreiskämmerer denkt darüber nach, „mehr Partner mit ins Boot“ zu holen

„Die Frage ist, ob wir nicht mehr Partner mit ins Boot holen können“, so Merk. Er denkt dabei unter anderem an die Gemeinden, die selbst Schulen betreiben. Wenn man einen Zweckverband oder eine „Anstalt öffentlichen Rechts“ gründen würde, könnte man in einem weiteren Schritt für eine einheitliche IT-Ausstattung und -Betreuung an allen Schulen sorgen. Weitere Schritte wären sicher vorstellbar: In vielen Rathäusern betreibt man derzeit eine eigene IT-Abteilung. Selbst darüber, die landkreiseigenen Gesellschaften wie die Krankenhaus GmbH mit in den IT-Serviceverbund einzugliedern, könnte man sicherlich nachdenken. Ein Beispiel dafür, dass eine solche gemeinde- und landkreisübergreifende Zusammenarbeit sehr erfolgreich sein kann, ist der Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland in Bad Tölz, der längst weit mehr macht, als nur Blitzer und Knöllchenjäger im gesamten Oberland zu betreuen. Dort wurde auch das Forderungsmanagement für viele Gemeinden zusammengefasst. Bis es soweit ist, dürfte allerdings noch eine ganze Weile vergehen.

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