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Geehrte wurden (vorne von links) Eberhard Niedernhuber, Elfriede Straub und Elfriede Burghardt mit (hinten von links) Norbert Reutter-Arnthof, Horst Martin und Franz Schlesinger.

60 Jahren Rehabilitationssport-Verein

Die ersten Mitglieder waren Kriegsversehrte

Weilheim - Vor 60 Jahren wurde der Rehabilitationssport-Verein gegründet, die ersten Mitglieder waren Kriegsversehrte.  Nun wurde das Jubiläum  gefeiert. 

Fast alle der 22 Mitglieder und einige Ehrengäste waren am Samstag in die „Waldgaststätte auf dem Gögerl“ gekommen, um das 60-jährige Bestehen des Rehabilitationssport-Vereins (RSV) zu feiern. „Ihr Einsatz macht unsere Stadt reicher.“ Mit diesen Worten würdigte Weilheims 2. Bürgermeister Horst Martin das Engagement des Vereins für die Integration von Menschen mit Handicaps in das gesellschaftliche Leben. Auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß lobte die Aktiven im Verein: „Lieber fünf Minuten Hilfe als zehn Minuten Mitleid.“

Zur geringen Mitgliederzahl meinte Franz Schlesinger, der im Bayerischen Landes-Sport-Verband für den RSV Weilheim zuständig ist: „Es ist schwierig, einem Verein wie dem Ihren ein Wachstum zu wünschen“, denn hinter jeder Mitgliedschaft stehe ein Schicksal.

Zweck des Vereins war laut Vorsitzendem Norbert Reutter-Arnthof ursprünglich die sportliche Ertüchtigung der aus dem zweiten Weltkrieg versehrt nach Hause gekommenen Männer. Oft seien sie auch Mitglied geworden, um ihren früher ausgeübten Sport in Kreise von anderen Versehrten wieder ausüben zu können.

Anfangs hatte der Verein über 200 Mitglieder. Ihre Zahl sank stetig, bis in den neunziger Jahren die Krankenkassen die Bedeutung des Rehabilitationssports erkannten und ihn finanziell förderten. Es wurden Übungsleiter ausgebildet und der Verein wurde als „Rehabilitations-Sportverein“ anerkannt. So können auch Nicht-Mitglieder, die eine Reha-Sport-Verordnung vom Arzt haben, im Verein gesundheitsfördernden Sport betreiben.

Neben Sport mit Gymnastik und Schlagball bietet der RSV auch ein geselliges Vereinsleben. Er veranstaltet unter anderem Wanderungen, Ausflüge und Bootsfahrten, um dem Mitglieder auch eine Teilhabe an Freizeitaktivitäten zu ermöglichen.

Für 60 Jahre Mitgliedschaft wurde Elfriede Straub geehrt. Sie ist das einzige Gründungsmitglied, das noch im Verein ist. Die 84-jährige Weilheimerin erinnert sich noch gut an die Gründungsversammlung im Gasthof „Ulrich“ in der Pollinger Straße. „Es waren 20 Gründungsmitglieder anwesend. Und die ersten Turnveranstaltungen waren in einer Halle, die ungefähr dort stand, wo jetzt das Hallenbad ist.“ Durch den Verein bekam sie Hilfe und konnte wieder am alltäglichen Leben teilnehmen. Straub: „Für mich hat das Leben erst wieder angefangen. Vorher hatte ich nicht einmal einen Rollstuhl.“ Der RSV war der erste Verein dieser Art im Landkreis, und die Mitglieder kamen auch von auswärts.

Da die weiten Wege für sie nicht leicht waren, verließen der Peitinger Andreas Mühlegger und der Peißenberger Hans Schamper den Verein und gründeten in ihren Orten eigene Vereine, so Straub.

Für 50-jährige Mitgliedschaft wurden auch Alois Wallach und Eberhard Niedernhuber geehrt, Elfriede Burghardt gehört dem Verein seit zehn Jahren an. Geehrt wurde auch Ingrid Arnthof, die zehn Jahre lang als Übungsleiterin tätig war und heute noch einspringt, wenn ihre Tochter Linda Arnthof, die die Aufgabe übernommen hat, verhindert ist. Auch wenn der Verein heute nur noch 22 Mitglieder im Alter von 27 bis 86 Jahren hat, blickt er nach vorne. Es gibt neue Betätigungsfelder. So richtet er gerade eine Osteoporose-Gruppe ein. Was der Verein dazu noch braucht, ist eine Verlängerung seiner Belegungszeit für die Sporthalle. In diesem Sinne hofft Arnthof, das bald eine neue Turnhalle in Weilheim gebaut wird.

Alfred Schubert

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