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Überzeugender Ensembleklang, starke Soli: Die „große Bigband“ des Gymnasiums Weilheim beim Jahreskonzert am Samstag in der Stadthalle.

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Einfach groß, diese Bigbands!

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Die drei Bigbands des Gymnasiums Weilheim begeisterten über 650 Besucher in der Stadthalle

Weilheim – Selbstverständlich ist das alles nicht. Das muss man sich vielleicht mal wieder bewusst machen, auch wenn das Bigband-Jahreskonzert des Gymnasiums eine Institution im Weilheimer Kulturleben ist. Auch wenn am Samstagabend wieder alles wie am Schnürchen klappte, tolle Musik zu hören, viel Freude zu spüren war – und gut 650 Besucher die Stadthalle füllten (was ja auch bedeutet, dass nicht nur stolze Eltern und neugierige Geschwister kamen, sondern viele „unabhängige“ Zuhörer, einfach so, wegen der Musik).

Nein, es ist nicht selbstverständlich, dass 70 Schüler, zehn bis 18 Jahre alt, so gekonnt und locker swingen, wie es bei diesem 29. Jahreskonzert – das Constantin Hauck (Abitur 2016) gewitzt moderiert hat – wieder zu erleben war. 70 Schüler? Das ist kein Druckfehler. Denn Weilheims Gymnasium hat nicht nur eine, sondern drei Bigbands, geleitet seit jeher von Arthur Lehmann. Und wer die gespannte Freude der neun Fünftklässler gesehen hat, die – alle noch Anfänger an Saxofon, Klarinette, Trompete, Posaune, Klavier, Bass und Schlagzeug! – in der „Junior Big Band II“ fröhlich drauflos jazzen, dem ist nicht bange um die Zukunft der Musik an dieser Schule und in dieser Stadt.

In der nächsten Stufe, der „Junior Bigband I“, ist fast keines der 32 Mitglieder älter als 14 Jahre. Und wie die aufspielten, das darf man getrost eine kleine Sensation nennen. In sechs Stücken zwischen Swing-Standard und Funk, getragener Ballade und richtigem Rock zogen die „Juniors“ alle Register ihres Könnens. Sauber die Bläsersätze, souverän tragend das Fundament der teils dreifach besetzten Rhythmusgruppe... Das war großes „junges Kino“ in Jazz.

Da mussten sich die 30 Großen, deren Ensemble schlicht „Bigband“ heißt, gewaltig anstrengen, um nicht abzufallen gegenüber dem Nachwuchs. Überzeugend der Ensembleklang, stark die Soli und beeindruckend die Vielseitigkeit dieses hoch gelobten, vielfach ausgezeichneten Ensembles, das doch jedes Jahr neu ist. Fünf Abiturienten verabschiedeten sich mit diesem Konzert, schenkten Dirigent Lehmann eine Diashow, der Bigband ein neues Banner für die Bühne und dem Publikum einen Klassiker, den sie mit der ganzen Band heimlich in neuem Gewand einstudiert hatten: „Feeling Good“.

Das war mittendrin quasi schon die erste Zugabe; zwei weitere gab es am Ende, nach zweieinhalb Stunden. In drei prallvollen Blöcken hatte die „große Bigband“ bis dahin alte Reißer wie Sammy Nesticos funkigen „Hay Burner“ oder den Swing-Hit „The Lady is a Tramp“ (formidabler Gesang: Anna-Maria Steier) geboten, aber auch Abgefahrenes wie „Elm“ – eine Komposition des New Yorker Pianisten Richie Beirach, die melodisch eine Herausforderung ist. Drei starke, komplexe Jazzstücke hatten übrigens Joscha Arnold und Felix Wolf zu ganz eigenen Nummern arrangiert: zwei Ehemalige der Weilheimer Bigband, die mittlerweile Jazzprofis sind – und das Feuer an den Nachwuchs weitergeben. Als sei das ganz selbstverständlich.

Magnus Reitinger

Mehr Bigband-Klänge gibt es am Samstag, 8. April, mit der „Girls Talk Bigband“ in der Aula des Gymnasiums Weilheim. Beginn ist um 19.30 Uhr.

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