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Weilheims Umfahrung soll auch die B2 stärken

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Von: Magnus Reitinger

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Vertreter der Stadtratsfraktionen und der Bürgerinitiativen trafen sich beim ersten „Jour fixe – Entlastungsstraße“ im Weilheimer Rathaus. In der Mitte Bürgermeister Markus Loth, rechts von ihm Uwe Fritsch und Andreas Lenker vom Staatlichen Bauamt. © Ralf Ruder

Wenn es ab Herbst ernst wird in Sachen „Entlastungsstraße Weilheim“, dann soll es ein „Dialogforum“ mit allen Interessensvertretern geben. Das kündigte der Leiter des Staatlichen Bauamts beim ersten „Jour fixe“ zum Thema an.

Weilheim – Gut 20 Teilnehmer saßen am Mittwoch bei der Premiere des „Jour fixe – Entlastungsstraße“ im Sitzungssaal des Weilheimer Rathauses: neben Vertretern der Stadtratsfraktionen, der Stadtverwaltung und des Staatlichen Bauamts auch Aktive der Weilheimer Agenda 21 sowie der Bürgerinitiativen „Heimat 2030“ und „Marnbach-Deutenhausen“, die gegen Umfahrungen kämpfen. Die Marnbacher konnten ihre Teilnahme kurzfristig einrichten, nachdem sie bei der Einladung seitens der Stadt vergessen worden waren – was nicht mehr vorkommen soll, wie Bürgermeister Markus Loth (BfW) versprach.

Der Rathaus-Chef möchte diese Runde etwa alle zwei Monate einladen, das nächste Mal bereits Ende Juli. Ziel sei der Informationsaustausch. Denn wie auch immer eine „Entlastungsstraße“ aussehe, hätte sie „erhebliche Auswirkungen“ für Weilheim. „Jeder von uns nimmt das Thema ernst und will das Beste für unsere Stadt“, sagte Loth – und beteuerte: „Wenn die Trassen vorliegen, werden wir uns alle Zeit der Welt nehmen, die wir brauchen, um das vernünftig zu erörtern.“

Im Herbst will das für die Planung zuständige Staatliche Bauamt im Weilheimer Stadtrat die „engere Wahl der Trassenkorridore“ vorstellen, Anfang 2019 die „nähere Untersuchung inclusive Umweltverträglichkeitsprüfung“ präsentieren. Die insgesamt fünf Gutachten, die der Bund dafür bei Ingenieurbüros in Auftrag gab (Kosten: rund 350 000 Euro), sollen „alle Daten und Fakten zu den entscheidungserheblichen Belangen für alle grundsätzlich möglichen Trassen“ liefern – inclusive Tunnellösungen. Obschon der Bund Bauherr ist, müsse die Stadt dann eine Entscheidung treffen, „muss sich positionieren“, wie Uwe Fritsch, Leiter des Staatlichen Bauamts Weilheim, betonte.

Fritsch regte an, für die Diskussion dann ein „Dialogforum“ mit allen Interessensvertretern zu bilden, wie es etwa in Landshut eingerichtet wurde. „Ohne so ein Gremium werden wir in einem Projekt, das so kompliziert ist, nicht weiterkommen“, so der Behörden-Chef.

Bezüglich der Pläne für eine Weilheimer Umfahrung sagte der zuständige Bereichsleiter Andreas Lenker, dass es dabei nicht nur um eine Entlastung der Stadt gehe: „Ziel des Bundes ist auch, die B 2 von Starnberg nach Garmisch zu stärken“ – Autos sollten dort schneller vorankommen. Sowohl eine West- oder Ost-Umfahrung als auch eine Untertunnelung hätten laut Lenker eine „hohe Verkehrswirksamkeit“. Die Kurzak-Untersuchung ermittelte auf den Einfallsstraßen einen Durchgangsverkehr von insgesamt 34 Prozent, was für Lenker ein „hoher Anteil“ ist. Allerdings räumten er und Fritsch auf „Tagblatt“-Nachfrage ein, dass die tatsächliche Entlastung niedriger liegen würde.

Auf Nachfrage von SPD-Stadtrat Ingo Remesch sagte Lenker, dass im Falle einer West-Umfahrung auch Wielenbach und Polling wie die Stadt Weilheim einbezogen würden (allerdings nicht Wessobrunn und Seeshaupt). Irritiert von einem „fiktiven Gewerbegebiet“, das in der Trassenübersicht des Bauamts nördlich von Deutenhausen eingezeichnet ist, zeigte sich Josef Niedermaier von der „Bürgerinitiative Marnbach-Deutenhausen“: Dies dürfe nicht zu einer falschen Bewertung führen. „Das wird geklärt“, versprach Bürgermeister Loth.

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