Nur zwei von 13 Firmen gaben Angebot ab

Kaum einer wollte den Auftrag haben

Die gute Auftragslage der Unternehmen in der Region bekam die Gemeinde Raisting zu spüren. Nachdem sie, wie Bürgermeister Martin Höck im Gemeinderat mitteilte, „13 Firmen angeschrieben“ hatte, habe sie „nur zwei Angebote“ für den Ausbau der Rothstraße erhalten.

Raisting – Eine längere Diskussion gab es über den Umgang mit dem alten schadstoffhaltigen Straßenbelag, der ausgebaut werden muss. Er kann entsorgt oder an anderer Stelle wieder eingebaut werden. Eine mögliche Wiederverwendung wäre laut Höck der Einsatz als Straßenbelag auf einem der Wege südlich des Dorfes im Bereich der Kapelle St. Johann. Dazu müsste dem Material ein Bindemittel beigemischt werden, außerdem müsste die Oberfläche des Straßenbelags versiegelt werden. Dadurch entstehen – gegenüber der Entsorgung – laut Angebot des günstigeren Bieters Mehrkosten von gut 77 000 Euro.

Der Gemeinderat hält diese Mehrkosten für zu hoch, außerdem fürchtet er mögliche Folgeprobleme, wenn das mit Schadstoffen belastete Material in der Gemeinde verbleibt. Den Zuschlag erteilte der Gemeinderat einstimmig der Firma „Schmid“ aus Marktoberdorf, die die Arbeiten für 559 532 Euro angeboten hat. Das andere Unternehmen, das in der Sitzung nicht namentlich genannt wurde, hatte ein Angebot über 631 941 Euro abgegeben. Die Mehrkosten gegenüber der ursprünglichen Planung – es sollten 400 000 Euro sein – sind laut Höck durch den zusätzlichen Bau von Wasserleitungen und die Vorbereitung der Breitbandverkabelung verursacht.

Der Beschluss wurde unter Vorbehalt gefasst. Er soll nur zum Tragen kommen, wenn die für die Abwasserentsorgung zuständige „AWA“ die Erneuerung des Abwasserkanals und des Regenwasserkanals in Auftrag gibt.

Anlässlich der Bauarbeiten in der Rothstraße soll auch die Straßenbeleuchtung verbessert werden. Der Gemeinderat sprach sich einstimmig dafür aus, sieben neue Lampen mit LED-Leuchtmitteln aufzustellen. Diese kosten laut einem bereits vorliegenden Angebot rund 19 000 Euro. Da ein Teil der Kosten auf die Anlieger umgelegt werden kann, ist eine genaue Berechnung der Kostenverteilung erforderlich, für die die Gemeinde derzeit nicht genügend Personal hat.

Deshalb hat der Gemeinderat auf Vorschlag von Höck beschlossen, einen externen Dienstleister mit der Abrechnung der umzulegenden Kosten zu beauftragen. Den Auftrag erhielt eine Firma in Nürnberg, die die Abrechnung für 40 Stundensätze von je 105 Euro angeboten hat. Inklusive acht Prozent Kostenpauschale und Mehrwertsteuer sind dies laut Höck knapp 5400 Euro. Die Entscheidung des Rats fiel einstimmig.

Kaum einer wollte den Auftrag haben

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