Kein Verkehrskonzept für Peißenberg

Peißenberg - Die Marktgemeinde Peißenberg wird in nächster Zeit kein Verkehrskonzept aufstellen. Die Verwaltung sieht dafür keine Notwendigkeit.

Das Rathaus reagierte damit auf einen Antrag von CSU/Parteifreie: Fraktionssprecher Walter Wurzinger wollte eine generelle „Beurteilung der Verkehrssicherheit“ haben. Antwort der Verwaltung: Es gebe keine Unfallschwerpunkte, die Zahl der durch die Verkehrsüberwachung erfassten Temposünder sei nicht dramatisch, und wegen der Haushaltslage könne sich die Kommune aufwändige Bauprojekte nicht leisten. Der Gemeinderat segnete den Bericht des Bauamts nun einstimmig ab.

Laut Bauamt gibt es derzeit keinen Grund, verstärkt aktiv zu werden. Zum einen verwies es auf die jüngsten Verbesserungen der Gemeinde - unter anderem durch den Geh- und Radweg an der Bergwerkstraße, der Querungshilfe an der Hochreuther Straße sowie der Fahrbahnverengung am „Kinderhaus an der Ammer“. Allerdings seien dies keine Allheilmittel, so lange sich die Verkehrsteilnehmer nicht angepasst verhalten. Zum zweiten: Die Verstöße im ruhenden Verkehr sind „sehr rückläufig“, so Bauamstmitarbeiter Bernhard Schregle. Auch der fließende Verkehr verhalte sich „bis auf einzelne Ausnahmen unauffällig“. Letzteres belegte er durch die Tempomessungen, die die Verkehrsüberwachung von Januar bis Ende Oktober vornahm: Die Geschwindigkeitsüberschreitungen seien „nicht tragisch“, sagt Schregle auf Nachfrage. Ein Sorgenkind gibt es aber: Die Wörther Straße beim „Kinderhaus - bei 4429 Fahrzeugen wurden immerhin 404 Verstöße in der Tempo-30-Zone ermittelt.

Vom Tisch ist vorerst die Forderung von Anwohnern an der Schongauer Straße und Böbinger Straße: Diese forderten per Unterschriften einen Rückbau der breiten Fahrbahn, um Raser auszubremsen. Doch dafür sei kein Bedarf und auch kein Geld da, heißt es im Rathaus. Überhaupt: „Wir haben dort einen großen Ziel- und Quellverkehr“, sagt Schregle. Es habe sich gezeigt, betont auch Bürgermeisterin Manuela Vanni gegenüber der Heimatzeitung, dass sich Handlungsbedarf „durch die Messungen nicht ergibt“.

Große finanzielle Sprünge kann Peißenberg eh nicht machen. Schregle machte den Räten deutlich, dass sich die Verbesserung der Verkehrssicherheit auf den Rück- und Umbau der Ortsdurchfahrt beschränken wird. Fazit: „Die Entwicklung eines eigenen Verkehrskonzept erscheint nicht erforderlich.“ Dem schlossen sich die Räte an.

Ebenfalls einstimmig beschlossen sie, die Kontrollen im ruhenden Verkehr aus Kostengründen von 15 auf zehn Stunden je Monat zu reduzieren. Der fließende Verkehr wird weiter 20 Stunden monatlich im Auge behalten.

(ab)

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