Bedenken um Gesundheit

Kein WLAN fürs Gymnasium Weilheim

Weilheim - Am Gymnasium Weilheim wird es – vorerst – kein WLAN geben. Diesen für viele überraschenden Beschluss fasste der Kreisausschuss bei seiner Sitzung.

Noch im Schulausschuss war ein entsprechender Antrag des Schulforums des Gymnasiums, der für 2016/17 auch eine Tablet-Klasse vorsah, befürwortet worden. Über die Auswirkungen der Strahlungen auf den menschlichen Körper, erhöhte Herzfrequenz, Veränderungen im Blutbild und bei den Hirnströmen, sprach Kreisrat Hans Schütz (Grüne, Peiting), der zwar nicht dem Ausschuss angehört, aber dem eine Rederecht eingeräumt wurde. Schütz, der überregional als Experte in Sachen „Mobilfunk“ gilt, erinnerte auch daran, dass der Landkreis eine Handynutzungsverbot an Schulen erlassen habe. Mit einer Genehmigung für das Pilotprojekt in einem Raum des Gymnasiums würde dies unterlaufen. Die Auswirkungen auf den Körper seien erwiesen, ob dies auch schädliche Auswirkungen auf den Organismus hat, indes nicht. Susan Enders (Freie Wähler, Weilheim), verglich die Nutzung von WLAN mit dem Einsatz von Pestiziden. Der Landkreis habe die Aufgabe, die Gesundheit der Kinder zu schützen. Zudem gebe es andere Möglichkeiten, das Internet zu nutzen als über Funk.

Landrätin stimmt pro WLAN

Sowohl Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU) als auch ihr Stellvertreter Karl-Heinz-Grehl (Weilheim, Grüne) sprachen sich für den Antrag des aus Eltern, Lehrern und Schülern bestehendes Schulforums des Gymnasiums aus, WLAN zu genehmigen. Grehl warnte vor „Zeigefingerpolitik“ und erinnerte daran, dass im Schulhof des Gymnasiums 26 verschiedene WLAN-Netze zur Verfügung stünden. „Unsere Gesellschaft hat sich einmal dazu entschlossen, diesen Weg zu gehen. An der Uni ist das gang und gäbe“, so Grehl, der auch erzählte, dass er von Eltern vehement gebeten worden sei, den Antrag zu befürworten.

Martin Max (SPD, Schongau) berichtete von persönlichen Erfahrungen und den negativen gesundheitlichen Auswirkungen. Richard Kreuzer (CSU, Penzberg) wies darauf hin, dass bei einer Ablehnung heute in drei Jahren der gleiche Antrag noch einmal gestellt werden würde. Ein bloßes Nein reiche nicht, es brauche ein Konzept.

Kreiskämmerer Norbert Merk machte sich auch Sorgen um die Finanzen des Landkreises. Zwar würde die Tabletklasse in Weilheim ihre Geräte gesponsert bekommen, aber an anderen Schulen, die sicherlich dann ähnliche Anträge stellen würden, müsste dann der Landkreis als Sachaufwandsträger die Kosten übernehmen. Da kämen leicht einige hunderttausend Euro zusammen, oder aber die Beschaffung wäre Sache der Eltern.

Schuldirektor enttäuscht

Wie am Rande der Sitzung zu erfahren war, gibt es bereits einige Klassen an weiterführenden Schulen, für die der Landkreis zuständig ist, die über Tablets verfügen. Die haben sich die Geräte, die in der Regel nur über WLAN funktionieren, ohne Zustimmung des Landkreises besorgt. Hermann Summer, Direktor des Gymnasiums Weilheim, zeigte sich enttäuscht, in Absprache mit dem Schulforum möchte er noch einmal auf den Landkreis zugehen, „um eventuelle Missverständnisse auszuräumen“. Der Antrag sei „ja nicht aus dem Hut gezaubert, sondern in ein pädagogisches Gesamtkonzept eingebettet“.

Die Ablehnung des Antrags erfolgte mit 8:5 Stimmen und ging quer durch alle Fraktionen.

Johannes Thoma

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Oberhausen ruft zum Böller-Verzicht auf
Die Gemeinde Oberhausen geht einen neuen Weg: Zu Silvester ruft sie ihre Bürger zur Enthaltsamkeit beim Feuerwerk auf. Begründet wird dies mit der Feinstaubbelastung …
Oberhausen ruft zum Böller-Verzicht auf
Wohl keine Chance für Bürgerbegehren „Am Riss“
Das vor wenigen Tagen auf den Weg gebrachte Bürgerbegehren zur Neugestaltung der Grünfläche „Am Riss“ in der Weilheimer Altstadt läuft wohl ins Leere.
Wohl keine Chance für Bürgerbegehren „Am Riss“
Real-Madrid-Star kauft Luxus-Auto in Schongau - und bekommt in Spanien deshalb richtig Ärger
Real Madrid-Spieler Mariano Diaz hat einen neuen Rolls Royce - und zwar aus Schongau. Was dort für Begeisterung sorgte, handelte dem Kicker daheim einen Haufen Ärger ein.
Real-Madrid-Star kauft Luxus-Auto in Schongau - und bekommt in Spanien deshalb richtig Ärger
HAP: Zukunft des Betriebs in Penzberg weiter ungewiss
Die Hoffnung war groß. Und sie wurde enttäuscht: Bei der für Donnerstag geplanten Betriebsversammlung bei HAP legte der Konzern nicht das versprochene Zukunftskonzept …
HAP: Zukunft des Betriebs in Penzberg weiter ungewiss

Kommentare