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Mit skeptischem Blick stehen Georg Fetsch (links) und Robert Pfeifer vor der Stromschaltanlage in der St.-Johann-Kirche.

Investitionen in Kirche St. Johann nötig

Elektrik in St. Johann wird erneuert

Peißenberg - Die Sanierung der Kirche St. Johann wird teuer: Investitionen von insgesamt 1,3 Millionen Euro sind nötig. Vorerst wird nur die Elektrik repariert.

Es ist ein skeptischer Blick, mit dem Pfarrer Georg Fetsch und Kirchenpfleger Robert Pfeifer beim Pressetermin auf die alten Stromkästen schauen, die an den Wänden eines kleinen, kellerartigen Gewölbes im Turmuntergeschoss der St. Johann-Kirche hängen. Dort, wo früher mit Seilzügen die Kirchenglocken geläutet wurden, laufen sämtliche Stromversorgungskabel zusammen. Die Schaltanlage, die Anfang der 1960er Jahre bei der letzten großen Generalsanierung des Kircheninneren installiert wurde, ist zwar noch funktionstüchtig – soll heißen, die Gottesdienstbesucher müssen nicht etwa im Dunkeln sitzen. Allerdings erfüllen die Stromkästen längst nicht mehr die heutigen Sicherheitsanforderungen.

Keine Gefahr für Leib und Leben

Der Pfarrei St. Johann blieb deshalb keine andere Wahl, als die Planung für eine Komplettsanierung der Elektrik in Auftrag zu geben – zumal auch das Bistum Augsburg Druck gemacht hat: „Die Kirche ist ein öffentlicher Raum. Wenn da nicht gewisse Standards eingehalten werden“, sagt Robert Pfeifer über die möglichen Konsequenzen, „dann kann das Bistum die Kirche sperren.“ Nun, ganz so dramatisch ist es mit der St.-Johann-Kirche noch nicht. Gefahr für Leib und Leben der Gläubigen bestehe nicht, beteuert Pfeifer – allerdings: „Es könnte zu Kabelbränden kommen.“ Die nötigen Sanierungsarbeiten – laut Pfeifer wird „im Prinzip jedes einzelne Stromkabel erneuert“ – sollen im Laufe des Jahres über die Bühne gehen. Ob dazu die Kirche vorübergehend gesperrt werden muss, ist noch nicht geklärt. Die Kosten für die Sanierung schätzt die Pfarrei auf eine Summe zwischen 150 000 und 200 000 Euro. Die Arbeiten sollen je zur Hälfte vom Bistum und der St.-Johann-Kirchenstiftung finanziert werden.

Pfarrei hofft auf Spenden

Für die Pfarrei wird das Ganze durchaus ein Kraftakt – zumal heuer auch das Pfarrheim in der Oskar-Dietlmeier-Straße auf Vordermann gebracht werden soll: „Wir haben die Beträge nicht einfach so rumliegen“, sagt Pfeifer, der von Beruf Bankkaufmann ist: „Wir müssen natürlich knabbern und beißen.“ Die Pfarrei hofft auf zahlreiche Spenden, „doch bei solchen Projekten wie der Elektriksanierung wird das schwierig“, befürchtet Pfeifer: „Das Licht brennt ja hinterher genauso hell oder dunkel wie vorher. Das ist anders als beim Weißeln, wo man optisch was sieht.“

Apropos Weißeln: Einen neuen Farbanstrich könnte die St.-Johann-Kirche auch gebrauchen – vor allem innen. Der letzte Großauftrag an eine Malerfirma datiert auf das Jahr 1979, was man unschwer an den verrußten Innenwänden erkennen kann.

Vor drei Jahren war die Kirche einer Generalüberprüfung unterzogen worden. Das Ergebnis: Schäden an der statischen Bausubstanz gibt es nicht. Dennoch wurde inklusive der Elektrik ein Sanierungsprogramm von 1,3 Millionen Euro aufgelistet. Dabei handelt es sich aber – außer der Elektrik – ausschließlich um kosmetische Gewerke wie eben die Malerarbeiten oder die Reinigung der Deckengemälde.

Wegen des hohen Investitionsaufwands haben sich die Verantwortlichen dazu entschlossen, die Maßnahmen noch zu schieben – „außer, es schenkt uns jemand eine Million Euro, dann machen wir es gleich“, sagt Pfeifer schmunzelnd. Vom Bistum wird man diesbezüglich keine großen Gelder erwarten dürfen: „Bei reinen Verschönerungsarbeiten bekommt man einfach nicht die Zuschüsse“, weiß Pfarrer Georg Fetsch.

Bernhard Jepsen

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