Tenor Volker Bengl in Pose auf einem offiziellen Pressebild.

was macht eigentlich... volker bengl?  

In ihm klingen viele Lieder

Wielenbach - Der in Wielenbach lebende Tenor Volker Bengl organisiert seine Programme und Tourneen selbst. Das ist viel Arbeit, aber er genießt diese Freiheit auch.

Die jüngste Erkältungswelle ist auch an Volker Bengl nicht vorübergegangen. „Ich hatte sie gleich zweimal“, sagt der mit seiner Familie in Wielenbach lebende Tenor. Für einen, der täglich mit seiner Stimme arbeitet, ist das durchaus ein Problem. „Es dauert dann meist vier Wochen, bis man wieder auf dem gewohnten Stand der Stimme ist“, erklärt Bengl, der sich nun wieder fit fühlt.

Der heute 56-Jährige war in seiner Gesangslaufbahn über 16 Jahre fest angestellt am Münchener Gärtnerplatztheater. Vor neun Jahren entschloss er sich, freiberuflich zu arbeiten. „Das war die beste Entscheidung meines Lebens“, sagt der Vollblutsänger. Seidem organisiert er seine Konzerte und Tourneen selbst, stellt die Programme zusammen und fühlt sich wohl dabei. Im Herbst tingelte er durch ganz Deutschland: „Von Schleswig-Holstein bis Bayern – ich war überall.“

Seine Arbeit als Sänger ist nun eine Mischung aus ganz unterschiedlichen Projekten geworden – mit Raum für Spontanes. Bengl liebt diese Freiheit: „Ich bin lieber Kapitän auf einem kleinen Segelboot als Matrose auf einem riesigen Schiff“. Vollkommen unerwartet war auch, was er im Sommer letzten Jahres machte. Bengls Frau Julia Riegel hatte den Auftrag bekommen, in Schweden die Regie für eine Opern-Uraufführung zu übernehmen. Nach den Büchern des 2015 verstorbenen Schriftstellers Henning Mankell hatten zwei schwedische Künstler eine Oper über die Kultfigur des Kommissars Wallander geschrieben. „Normalerweise machen meine Frau und ich beruflich jeder seine Sache“, sagt Bengl. Aber in diesem Fall konnte seine Frau einfach keinen Tenor für den Part des Mörders finden. Und so sagte Bengl zu: „Einmal einen Bösewicht zu spielen, reizte mich schon.“ Das Ganze wurde in Schweden ein Riesenerfolg. Aber es war auch ein Mammutprogramm, das die Sänger dort leisten mussten. An sieben Tagen hintereinander wurde die Oper aufgeführt. „Ich mag solche Herausforderungen“, sagt der Wahl-Wielenbacher.

Für Bengl ist es wichtig, bei seinen Konzerten Gefühl zu zeigen. Gern beginnt er mit Stücken, die sofort unter die Haut gehen. Erfolg ist für ihn, „wenn die Menschen glücklicher aus dem Konzert herausgehen, als sie vorher waren“. Zu dieser Einstellung passt auch ein Konzertprojekt, das seine Schwester, die Sopranistin Ulrike Machill, vor zwei Jahren ins Leben gerufen hat. Bengl ist jetzt noch neidisch auf diese Idee seiner Schwester. „Normalerweise bin ich doch der Kreative...“, lacht er. Die Veranstaltung heißt „Konzert für Engel“ und ist Verstorbenen und ihren Lieblingsliedern gewidmet. Beim Kauf der Eintrittskarte können sich Besucher ein Lied für einen verstorbenen Angehörigen wünschen, ob Volkslied oder Opern-Arie. 25 dieser Wünsche wählen Machill und Bengl aus und studieren die Stücke ein. Zweimal schon wurde das Konzert in einer Kirche in Mutterstadt aufgeführt – mit unglaublicher Resonanz. Der Pfarrer las zu jedem Verstorbenen persönliche Worte, dann wurde dessen Lieblingslied gesungen. Bengl könnte sich gut vorstellen, dies auch einmal hierzulande umzusetzen.

Derzeit hat der Tenor ein wenig Pause. Ende November startet er sein Adventsprogramm „In mir klingt ein Lied“ in Wolfenbüttel. Passender könnte der Titel für Volker Bengl gar nicht sein.

Regina Wahl-Geiger

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