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Alle 75 Stimmen erhielt Georg Malterer (hinten, 4.v.l.), der die Nachfolge von Bürgermeister Josef Steigenberger antreten soll.

Kommunalwahl 2020

ÜFW Bernried: Wunschkandidat und Eberl-Enkel treten an

Jetzt ist es amtlich: Georg Malterer zieht für die ÜFW Bernried als Bürgermeister-Kandidat in den Wahlkampf. Alle 75 Stimmberechtigten sprachen ihm auf der Aufstellungsversammlung ihr Vertrauen aus. Der 42-jährige promovierte Diplom-Biologe nimmt, wie er nach der Wahl sagte, aus diesem Ergebnis für sich mit, „dass ich das Beste für Bernried geben muss“.

BernriedSeit einigen Wochen hatte Bürgermeister Josef Steigenberger immer wieder betont, sich nach 18 Jahren aus dem Rathaus zurückzuziehen, um mehr Zeit für seine zahlreichen auch politischen Ehrenämter und Hobbys zu haben. Allerdings hatte er sich ein Hintertürchen offen gehalten: Sollte sich kein geeigneter Nachfolgekandidat finden, dann hätte er sich noch einmal zur Verfügung gestellt. „Ich will Bernried nicht einem Abenteuer überlassen“, betonte er. Nun kann er beruhigt in den „Ruhestand“ wechseln: Mit dem dritten Bürgermeister Georg Malterer geht sein Wunschkandidat ins Rennen um seine Nachfolge. Und der hofft, dass der Bürgermeisterposten, der seit Jahrzehnten in der Hand der Überparteilichen Freien Wählergruppe ist, weiterhin von der ÜFW eingenommen werden wird. Denn wie sagte er nach der Vorstellung seines Programms im Hotel Seeblick und damit zum Auftakt des Wahlkampfs: „Wir haben ganz schön viel zu tun. Sechs Jahre werden nicht reichen, vielleicht 12 oder 18 – wenn es so ausgeht, wie wir hoffen.“

Hier gibt es eine Übersicht zur Kommunalwahl in Bayern

Sein Blick in die Zukunft Bernrieds lässt sich wohl am besten unter der Überschrift zusammenfassen: „Bernried muss der Ort bleiben, der sich seiner Bedeutung bewusst ist: See, Park, Kloster – Natur, Kultur, Geschichte. Das haben nicht viele zu bieten.“ Deshalb will der 42-jährige gebürtige Bernrieder weiterhin die Traditionen, aber auch weltoffen die Beziehungen zu internationalen Partnern pflegen. Die Bürger sollen an den Entscheidungen in der Gemeinde beteiligt werden, auch an der Planung eines Zukunftsbildes. Dazu gehören unter anderem Einheimischenmodelle („künftig etwas kompakter“), neue Arbeitsplätze („jeder nicht gefahrene Pendler-Kilometer ist Klimaschutz“) sowie Wachstum mit notwendiger Infrastruktur („aber moderat“). Für Malterer, der zur Zeit noch beim TÜV Süd in München arbeitet, ist wichtig: „Wir sind ein Dorf, in dem man nicht übereinander, sondern miteinander redet.“ Und jede Entscheidung müsse immer mit dem Bewusstsein „für unsere Besonderheit“ getroffen werden.

Bei der ÜFW  Bernried kam ein besonderes Wahlverfahren zur Anwendung

Eine Besonderheit war auch das Wahlverfahren, für das sich die ÜFW-Verantwortlichen bei der Listenaufstellung der Gemeinderatskandidaten entschieden hatten. Während in den meisten Gemeinden fertige Listen zur Abstimmung vorgelegt wurden, konnten die Wahlberechtigten in Bernried die Reihung selbst bestimmen: Jeder hatte 13 Stimmen, die er auf die Bewerber (bis zu drei Stimmen) verteilen konnte. Deshalb hatten die Kandidaten für die Plätze 2 bis 14 (auf Platz 1 kandidiert Georg Malterer) auch Gelegenheit, sich in kurzen Statements vorzustellen und ihre Schwerpunkte für die Gemeinderatsarbeit zu erläutern. Auch hier wurde deutlich: Bei vielen neuen Ideen, die die Bewerber mitbringen, steht bei allen der Wunsch im Vordergrund, dass Bernried das Dorf bleibt, das sie alle mögen. Den Platz direkt nach dem gebürtigen Bernrieder Malterer nimmt ein weiterer echter Einheimischer ein: Benedikt Eberl, vor 32 Jahren im Dorf geboren und Enkel des Altbürgermeisters Walter Eberl. Er erhielt mit 127 Stimmen die mit Abstand größte Zustimmung aller Bewerber. Jeder der aufgestellten 14 Kandidaten wird auf der ÜFW-Wahlliste bei der Kommunalwahl im März zweimal aufgeführt, um die 28 Plätze aufzufüllen.

Ralf Scharnitzky


Das ist die ÜFW-Liste Bernried:

1. Georg Malterer (Diplom-Biologe) 

2. Benedikt Eberl (Dipl. Ing. Elektrotechnik) 

3. Andreas Stepfer (Polizeibeamter) 

4. Andreas Lüdtke (Dipl-Ing. Maschinenbau) 

5. Katja Burgkart (Erziehungswissenschaftlerin/Soziologin) 

6. Bernhard Heidberg (Architekt/Städteplaner) 

7. Christoph Lindner (Führungskraft/Ingenieur) 

8. Gabriele Dorsch (Sekretärin) 

9. Veronika Bischoff (Dipl. Sozial- und Naturpädagogin) 

10. Margherita Corci (Dipl. Designerin/Layouterin) 

11. Benjamin Hartlmaier (Redakteur/Politologe) 

12. Manuel Westhagen (selbstständig) 

13. Markus Adams (Versicherungsangestellter) 

14. Stefan Gehm (Chemie-Ingenieur) 

Ersatzkandidaten: Marc Aufmuth (Dipl. Sozialpädagoge/Angestellter im Immobiliensektor) und Robert Daniel (Dipl. Betriebswirt)

Mehr Infos zur

Kommunalwahl im Landkreis

Lesen Sie auch: Kooperiert Bernried beim Klimaschutz mit Tutzing?


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