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Weltklassemusiker und Gaudiburschen: „Mnozil Brass“ in der Weilheimer Stadthalle – v.l.:  Robert Rother, Thomas Gansch, Zoltan Kiss, Leonhard Paul und Gerhard Füßl. Trompeter Roman Rindberger und Tubist Albert Wieder sind nicht auf dem Bild.

“Mnozil Brass“ in Weilheim

Die Originale

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Das Bläserseptett „Mnozil Brass“ begeistert rund 850 Besucher in der Weilheimer Stadthalle mit einem teils absurden Programm.

Weilheim – Das kann nicht gutgehen, so würde man junge Künstler warnen, die gerade eine neue Bühnenshow vorbereiten: Wilde Musik- und Slapstick-Nummern ohne jeden roten Faden aneinanderreihen, dem Programm einen Namen geben, der sich an keiner Stelle erschließt, und sich auch sonst jede Erklärung sparen... Erfolge wird man so nicht feiern.

Es sei denn, man heißt „Mnozil Brass“: Das österreichische Bläser-Septett hat sich in mittlerweile 25 Jahren einen sagenhaften, ja legendären Ruf erspielt. Wo immer es auftritt – und das tut es rund 120 mal im Jahr nicht nur an den besten Konzertadressen Deutschlands und Österreichs, sondern zum Beispiel auch in Spanien, Japan und den USA –, ist der Saal voll, die Menge begeistert. So auch am Mittwochabend in Weilheim: Bis ganz, ganz hinten, bis tief ins Foyer war die Stadthalle voll besetzt; gut 850 Besucher genossen ein Konzert, das die Regeln der Konzertwelt negiert, eine Show, die bezüglich Kulisse, Licht und sonst üblichen Showeffekten praktisch nichts bietet – und doch ganz großes Kino ist. Oder besser: ganz großer Zirkus. Denn es ist die wortlos funktionierende und manchmal absurde Kunst der Clowns und Pantomimen, die „Mnozil Brass“ in den Konzertsaal bringt.

Und nie leidet das musikalische Niveau unter all den Verrenkungen und Spaßetteln, die Regie-Profi Ferdinando Chefalo in Szene gesetzt hat. Auch in Schräglage, im Hüpfen oder Liegen zaubern diese sieben Gaudiburschen, im Schnitt Mitte 40, den allerfeinsten, allersaubersten Blechbläserklang in den weiten Raum: Welch virtuoses Schmettern, wenn sie etwa Tom Jones’ Hit „Help Yourself“ zwischen Samba und Polka interpretieren. Und wie wunderbar weich, wie anrührend leise blasen sie, perfekt aufeinander hörend, seelenvollste Trauermusik – während sie auf schräg stehenden Stühlen über die ganze Bühne verteilt sitzen, keinen Blickkontakt haben und möglichst gelangweilt schauen. 

Vieles, was sie spielen, kennt man – aber nicht so: ein bisschen Klassik (wie Anklänge an Richard Strauss’ „Also sprach Zarathustra“), viel Pop (von Eric Claptons „Layla“ bis zum 80er-Medley), und bei Bobby McFerrins „Don’t worry be happy“ persiflieren sie nebenbei die von manchen Kollegen arg strapazierte Publikumsanimation. Fast ein Fremdkörper (und doch so hübsch) ist mittendrin die Gesangseinlage mit der „Comedian Harmonists“-Version einer Dvorák-Humoreske.

Am Ende wechseln sich Ovationen der Zuhörer und teils sportliche Zugaben der Hochleistungsbläser ab – bis hin zum Klassiker, in dem einer der Sieben, Leonhard Paul, zwei Posaunen und zwei Trompeten gleichzeitig spielt. Kann das alles wahr sein? Zumindest bei dieser Frage hilft dann auch der Titel des Programms: „Yes, yes, yes!“

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