die letzten Tage des Krankenhauses peißenberg

Als der Kopf im Gitter steckte

Peißenberg - Siegfried Lanua musste als Kind aus misslicher Lage befreit werden. Er blieb mit dem Kpf im Gitterbett stecken.

 Am 31. Januar schließt das Krankenhaus Peißenberg. Und eine 140-jährige Geschichte geht zu Ende. Einige Leser haben der Heimatzeitung ihre ganz persönliche Geschichte geschrieben. Heute schildert Siegfried Lanua seine Erlebnisse. Er lebte einst an der Bergmannstraße, heute wohnt er in Offenburg.

Siegfried Lanua  muss heute noch schmunzeln,  wenn er am Krankenhaus vorbeikommt.

„Mich verbinden drei kleine Geschichten mit dem Krankenhaus. Ich bin noch im Vorschulalter (heute bin ich 66 Jahre alt) wegen eines Leistenbruches ins Krankenhaus Peißenberg gekommen. Die Zimmer für Kinder im ersten Stock waren vergittert. Ich, neugierig, musste meinen Kopf durch das Gitter stecken, um zu sehen, was draußen los war. Leider konnte ich nicht mehr zurück. Das Personal hatte auch keinen Plan, wie ich wieder aus der misslichen Lage befreit werden könnte. Ich war stundenlang gefangen, bis ein Arbeiter mich befreien konnte.

Beim zweiten Besuch hatte ich eine Blinddarmoperation, auch als Kind. Da es in der Essensausgabe gefüllte Hörnchen gab und ich diese haben wollte, teilten mir die Schwestern mit, ich müsse eine Leistung bringen, dann bekäme ich noch eines als Zugabe. Da habe ich den elektrischen Blocker für den Bodenbelag genommen und den langen Flur auf Hochglanz gebracht. Man muss dazu sagen, dass ich ja noch eine offene Wunde hatte, die nur mit drei Klammern zusammengehalten wurde. Als die Schwestern sahen, wie ich arbeitete, sind diese fast in Ohnmacht gefallen.

Die letzte Geschichte, die mich mit dem Krankenhaus verbindet, ist Teil der oberen Geschichte. Ich wurde aufgrund des ersten Vorfalls mit dem Gitter in die Männerabteilung verlegt. So war ich als Kind mit Erwachsenen im Zimmer. Diese haben mich dann immer, mehrmals am Tag, aufgefordert ,zu furzen‘, damit ich keinen dicken Bauch bekomme wegen der Narbe der Blinddarmoperation. Ich hatte später öfters Kontakt mit diesen Männern am Stammtisch. Da haben mir diese dann immer die Geschichte erzählt und sich halb totgelacht. Alte Männer halt.

Schade, dass es mit dem Krankenhaus vorbei ist. Heute wohne ich in der Nähe von Straßburg und komme eigentlich nur am Krankenhaus vorbei, wenn ich zu Besuch komme. Da muss ich immer schmunzeln, wenn ich an meine Aufenhalte denke.“

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