Das Kloster Wessobrunn.

Betrieb meldet Interesse an

Kosmetik aus dem Kloster?

Wessobrunn - Es tut sich wieder etwas beim Thema „Kloster Wessobrunn“. Martina Gebhardt ist daran interessiert, dort unter anderem ihre Kosmetik zu produzieren.

Martina Gebhardt

Seit 1994 gibt es Gebhardts Kosmetikbetrieb „Martina Gebhardt Naturkosmetik“ im benachbarten Rott. In einem über 800 Jahre alten Bauernhof, auf einem über 7000 Quadratmeter großen Areal, arbeiten über 30 Mitarbeiter, die mehr als 140 Kosmetikprodukte herstellen, verpacken und vertreiben. Ein weiterer Standort befindet sich in Reichling. „Seit vielen Jahren suchen wir nach dem idealen Standort“, so die Unternehmerin, denn ihre Firma wachse. Und dieser ideale Standort könnte das Kloster Wessobrunn sein. Seit einem halben Jahr würden schon Gespräche über das Kloster geführt. Die Bauvoranfrage, mit der sich der Gemeinderat heute befasst, diene zunächst der Wertermittlung und dem Abklopfen dessen, was sich realisieren lasse. „Momentan ist es nicht möglich, dort eine Produktion zu errichten“, so Gebhardt. Laut Firmen-Homepage sind die Rohstoffe der Produkte zu „100% natürlich“ und stammen „zu mehr als 95% aus Demeter- oder kontrolliert biologischem Anbau“. Produziert wird in einer Manufaktur. Nach der Vorstellung Gebhardts wird das Kloster Raum für Arbeit, Leben und Kultur bieten. Zum Beispiel sollen im Klostergarten Heilpflanzen angebaut werden, wie es zu Zeiten der Missionsbenediktinerinnen jahrhundertelang üblich war. Die Kräuter würden, wie bei den Nonnen, zu Cremes und Salben verarbeitet.

Das Kloster soll aber nicht nur Heimat der Kosmetikfirma werden. Die Inhaberin möchte, dass auch dazu passende Gewerke einziehen, die ebenfalls handwerklich arbeiten. Es könnten Tagungen und Schulungen, etwa für Kosmetikerinnen, stattfinden. Und schließlich solle die Anlage ein Platz sein, an dem Künstler arbeiten und Kunst zu sehen ist. Bei all den Vorstellungen werde das Anwesen aber nicht sein Gesicht verlieren. Gebhardt ist auch Architektin, die nach eigenen Angaben auf alte Gebäude spezialisiert ist. „Im Äußeren wird sich fast nichts ändern“, sagt sie. Wenn Gebhardt ihre Pläne verwirklicht, wird der Firmensitz von Rott nach Wessobrunn verlagert, sämtliche Mitarbeiter würden dort weiterbeschäftigt, erzählt sie. Und auch „wenn das Gebäude ein bisschen groß ist, man muss auch für die Zukunft planen.“

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