Interimsbau Nummer 2: Am 21. November sollen die ersten Patienten in den doppelstöckigen Container im Hintergrund einziehen. Interimsbau Nummer 1 ist schon seit Längerem belegt, Nummer 3 wird nächsten Sommer bezogen. Im Foto Thomas Lippmann mit Marion Wagner-Koch. Ruder.

Krankenhäuser setzen voll auf Wachstum

Weilheim - Mehr Betten, mehr medizinische Abteilungen. So soll das Krankenhaus Weilheim für die Zukunft fit gemacht werden.

Das aber kostet, aktuell beläuft sich die Investition für die Sanierung der Klinik auf 42 Millionen Euro. Und auch für das Schongauer Krankenhaus gibt es neue Pläne.

Die Grundfrage der Krankenhaus-Politik lautet: Wie können zwei Krankenhäuser wie das in Weilheim und das in Schongau für die nächsten Jahre fit gemacht werden? Wie kann ein Betriebskostendefizit auf Dauer ausgeglichen werden, das laut Wirtschaftsplan 2016 bei fünf Millionen Euro liegen wird? „Wir versuchen es mit Wachstum“, sagt Thomas Lippmann, Geschäftsführer der rund 800 Mitarbeiter zählenden Krankenhaus GmbH. Er möchte die Zahl der Betten ebenso vergrößern wie das medizinische Angebot. Die Zahl der Betten soll in Schongau von 180 auf über 200 steigen, in Weilheim von 160 ebenfalls auf über 200. Und beim medizinischen Angebot strebt Lippmann, der seit drei Jahren die GmbH leitet, für Weilheim eine Hauptabteilung für Urologie/Hals-Nasen-Ohren an, in Schongau möchte er das Zentrum für Altersmedizin ausbauen und auch Palliativmedizin installieren. Außerdem soll dort die Verwaltung konzentriert werden. „Wir müssen 400 Betten plus x haben, um zu überleben“, so Lippmann.

Noch sind diese Pläne freilich Zukunftsmusik, ab 2019 werden sie wohl relevant. Erst müssen nämlich die (räumlichen) Voraussetzungen für das Betten-Wachstum in Weilheim geschaffen werden. Um den Umbau zu beschleunigen, machte der Kreistag in seiner Sitzung am vergangenen Freitag weitere 6,5 Millionen Euro locker. Damit sollen zusätzliche Container für den Interimsbau Nummer 3 mit je 24 Betten auf zwei Etagen gekauft werden. Dort sollen Patienten aus dem zu sanierenden Bettenhaus untergebracht werden, damit im Altbau mehrere Ebenen in einem Stück saniert werden können. Bezugsfertig soll der dritte Interimsbau im Sommer 2017 sein, ein Drittel der Zimmer wird für Privatpatienten eingerichtet.

Die beiden neuen Module sollen auf Stelzen im Wirtschaftshof platziert werden. Der Neu- und Umbau der Klinik könnte somit 16 Monate früher als geplant, also Ende 2017/Anfang 2018, abgeschlossen sein, so Marion Wagner-Koch vom Architekturbüro Koch. Zudem soll durch den Umzug der Stationen die Belastung der Patienten und des Personals durch Baulärm und Baudreck minimiert werden, so Lippmann.

Was mit den Containern anschließend passiert, ist laut Lippmann offen. Er könne sich gut vorstellen, dass sie als zusätzliche Patientenzimmer dienen. Aber auch der Bau eines neuen Bettenhauses im Innenhof oder im Wirtschaftshof sei denkbar.

Neue OP-Säle, neue Notaufnahme, neuer Eingang, dazu Sanierung des Bettenhauses plus Container: Alles in allem belaufen sich die Investitionen in das Weilheimer Krankenhaus aktuell auf 42 Millionen Euro, wovon der Landkreis rund die Hälfte schultern muss. „Das ist schon sehr mutig“, so Lippmann über die Entscheidungen des Kreistages. Wichtig sei nun, dass Patienten und niedergelassene Ärzte „die gute medizinische Behandlung“ auch annehmen.

In der Klinik Weilheim liegt die Auslastung laut Lippmann inzwischen bei 85 bis 90 Prozent, in Schongau bei 70 bis 75 Prozent. Vor drei bis vier Jahren seien es 50 bis 60 Prozent gewesen.

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