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die letzten Tage des Krankenhauses peißenberg

Über vier Generationen ein zuverlässiger Begleiter

Peißenberg – Seit Montag ist das Krankenhaus zu. Viele Leser haben ihre persönliche Geschichte dazu erzählt. Heute berichtet Hildegard Gnadl.

Schon mein Großvater Paul Hinträger sen. wurde in den 1930er-Jahren und in den Kriegsjahren des Öfteren im Peißenberger Krankenhaus behandelt. Er musste nicht dauerhaft im Bett liegen. Die Schwestern baten ihn manchmal, Botengänge zu erledigen, zum Beispiel zur Post.

In den Kriegsjahren half mein Vater Paul Hinträger jun. als Sanitäter des Roten Kreuzes beim Transport und bei der Versorgung der Kranken. Wenn sie einen Bergmann einlieferten, baten die Schwestern öfter, ob die Sanitäter helfen könnten, den Bergmann auszuziehen und zu waschen, bevor er medizinisch versorgt werden konnte. Selbstverständlich wurde diese Bitte erfüllt.

Auch meine Mutter Irma Hinträger wurde in der Nachkriegszeit bei Krankheiten optimal versorgt. Dr. Jansen und später Dr. Götz genossen weit über Peißenberg hinaus einen guten Ruf. Als meine Mutter als Patientin durch die Flure ging, kam sie an der Entbindungsstation vorbei und bewunderte die Babys. Da fragte die Schwester, ob sie nicht Lust hätte, den Säuglingen die Flasche zu geben. Meine Mutter tat das gerne.

Hildegard Gnadl schildert, wie sich die Mitarbeiter um ihre Familie kümmerten.

Verbandsmaterial und Mullwindeln waren in jenen Jahren Mangelware. Deshalb wurden die benützten Verbände und Windeln gewaschen. Eine Wanne voll sauberer Verbände, Mullbinden und Mullwindeln brachten die Wäscherinnen den Patienten. Die Frauen legten die Windeln zusammen und wickelten die Verbände auf – dann war der Krankenhaus-Tag nicht so langweilig.

Mein Vater erlitt Heiligabend 1967 einen Bergwerksunfall, seine Mutter Maria Hinträger erkrankte etwa zur selben Zeit schwer. Mein Vater wurde gesund, meine Oma starb im Februar im Alter von 85 Jahren. In dieser Zeit war Dr. Schleicher dafür bekannt, dass er ziemlich rabiat, aber fachlich kompetent mit seinen Patienten umging. Wer ihn zu nehmen wusste, kam prima mit ihm klar.

In den 1960er-Jahren habe ich freiwilligen Sonntagsdienst im Krankenhaus geleistet. In den Schul-Ferien habe ich damals mit meinem Ferienjob im Krankenhaus ein paar DM verdient.

Aus den Jahren 1979, 1981 und 1985 darf ich selber von besten Erfahrungen berichten. Meine drei Töchter wurden dort geboren. Frauenarzt Dr. Plattner und die Hebamme Frau Prinzing waren immer da, wenn sie gebraucht wurden. Die Betreuung durch die Ordensschwestern war hervorragend. Als mein Mann nach der Geburt unserer ersten Tochter rauchen wollte, bekam er einen freundlichen Tadel zu hören und ein gutes Frühstück serviert. Es war Sonntagmittag. Schwester Floras lächelnder Kommentar zu unserer zweiten Tochter: „Jeder erste Bergmanns-Sohn heißt Barbara.“

Mit den Gott sei Dank relativ kleinen Unfällen unserer Töchter waren wir in Peißenberg in besten Händen. Frau Dr. Schierwater hat sie alle einfühlsam und kompetent versorgt, den Schien- und Wadenbeinbruch, den angebrochenen Ellbogen, die Platzwunde an der Stirn, den Haarriss im Arm, und, und, und. Danke dafür!

Für uns alle war es immer wichtig, dass die Krankenhausversorgung vor Ort möglich war. Ein Patient soll wissen, dass sich seine Angehörigen und Freunde um ihn kümmern. Das ist in einem ortsnahen Krankenhaus möglich, nicht aber, wenn man weit fahren muss.“

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