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Geräte zum Hüpfen, ein Kicker, Bubblebälle und im Hintergrund das Soccerfeld: (v.l.) Die Schüler Celina, Sinan, Tarik, Yannik, Robin, Konrektorin Susanne Coldwell und Lehrerin Veronika Heringer zeigen ein paar Sport- und Spielgeräte im Kreativdach.

Austoben unterm Schuldach

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Peißenberg - Soccerfeld, Boulderwand, Tischtennisplatten: Ja, sowas steht in der Mittelschule Peißenberg unter dem Dach.

Als Hans Socher im Kreativdach vorbeischaut, da fliegen ihm die Ideen schon zu. „Wir möchten noch ein Trampolin“, sagt eine Schülerin. Eine andere schlägt ein Mini-Fitnessstudio vor, und noch eine ruft: „Bällebecken“. Die siebte Klasse, die mit ihrer Lehrerin vor der Boulderwand sitzt, strotzt nur so vor Ideen, wie es mit dem Kreativdach weitergehen könnte. Der Schulleiter lächelt. „Wenn ihr Vorschläge habt, dann bitte mit Preisvorschlägen. Die könnt ihr im Internet recherchieren“, sagt Socher. Die Schülerinnen nicken. Es besteht kein Zweifel: Das Kreativdach in der Josef-Zerhoch-Mittelschule in Peißenberg kommt an. Das Engagement für den Erhalt des Stockwerks hat sich gelohnt.

Denn jener Teil der Schule sollte bei der Sanierung abgerissen werden. Doch Socher und Konrektorin Susanne Coldwell hatten eine bessere Idee: Sie setzten sich dafür ein, es zu erhalten. Die Mauern kamen zwar heraus, beheizt ist der Raum nun auch nicht mehr - dafür aber mit Leben gefüllt.

Denn für die Schüler stehen neben der Boulderwand auch Tischtennisplatten, Bubblebälle, Kleinspielgeräte und ein Kicker bereit. Besonders viel Raum aber nimmt etwas anderes ein: das Soccerfeld. Kunstrasen, Bande, ein Netz, damit der Ball drin bleibt - auf dem Dach kann tatsächlich gekickt werden werden. Socher grinst. „Das hängt wohl mit dem Schulleiter zusammen, der leidenschaftlicher Fußballer ist - und sich das in den Kopf gesetzt hat“, sagt er.

Genutzt wird das Dachgeschoss, das an fast allen Seiten verglast ist, zum einen von den Ganztagsklassen, die zwei Mal in der Woche dort oben „Kreativsport“ haben. Außerdem können Schüler bei schlechtem Wetter ihre Pause dort verbringen - natürlich nur mit Aufsicht, ohne Lehrer geht im Kreativdach nichts. Und wenn eine Klasse ausgelaugt wirkt, dann können Lehrer mit den Buben und Mädchen spontan nach oben gehen. „Da kann man den Unterricht mal auflockern, den Kreislauf wieder ankurbeln“, sagt Coldwell. Sie war sich von Beginn an sicher, dass das Konzept bei den Schülern ankommt. „Sowas gibt es sonst nirgends. Der Spaßfaktor ist groß.“

Finanziert hat die Schule die Sport- und Spielgeräte über Rücklagen, die sie über Jahre aufgebaut hat - zum Beispiel mit Flohmärkten. Und auch mit Spenden wurde ein großer Teil gestemmt. Mit einem Zuschuss von 4000 Euro zeigte sich da vor allem die Spardabank großzügig.

Und ist das Kreativdach nun vollständig? Im Prinzip schon, viel freien Raum gibt’s kaum noch. Aber Coldwell schließt nicht aus, dass irgendwann noch etwas dazu kommt: „Wenn gute Ideen da sind, warum nicht?“

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