Alexander Gauland am Rednerpult.
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MdB Dr. Alexander Gauland bei seiner Rede in der Weilheimer Hochlandhalle.

»Es ist nicht normal...«

AfD-Politiker Gauland in Weilheim – Gegendemonstration macht Lärm

  • Sofia-Leonie Wiethaler
    VonSofia-Leonie Wiethaler
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Weilheim – Mit kleiner Fahnenabordnung und dem bayerischen Defiliermarsch wurde MdB und Ehrenvorsitzender der AfD, Dr. Alexander Gauland, zu Beginn der Veranstaltung von seinen Parteikollegen begrüßt. 

Im Anschluss ergriff zunächst Rüdiger Imgart, Vorsitzender des Kreisvorstandes Weilheim-Schongau und Weilheimer Stadtrat, das Wort. Er begrüßte die Besucher in der denkmalgeschützten Hochlandhalle. Die erste Rede des Abends hielt Gerrit Huy, AfD-Direktkandidatin für den Wahlkreis. „Deutschland – ein Land, in dem die Blamage politischer Alltag ist, schreibt die NZZ, und in der Tat, es fällt heute schon einigermaßen schwer, noch stolz auf unser Land zu sein“, fand sie klare Worte. Nichts funktioniere mehr richtig, nichts gehe mehr voran – mit einer Ausnahme: „die Steuern klettern immer weiter hoch.“ Die CO2-Steuer sei nach dem Motto gestrickt: „besteure das lebenswichtige CO2, das alle lebende Kreatur ausatmet, und mache dadurch die Welt ein großes Stück teurer und ein kleines Stück weniger grün.“ Denn CO2 sei bekanntlich der Stoff, der die Pflanzen wachsen und grünen lässt – „davon sollen wir jetzt weniger haben.“ Was die vorgezogene Klimaneutralität Deutschlands anbelangt, gab Huy zu bedenken, dass, selbst wenn Deutschland seinen CO2-Anteil komplett abschaffen würde, das keinerlei spürbare Auswirkungen auf die Welttemperatur hätte. In ihrer Rede ging Huy des Weiteren auf Themen wie Wohnungsnot, die Situation an Schulen und die Rente ein.

Ebenfalls vor Ort sprach MdB Johannes Huber. Seiner Meinung nach würde Deutschland ohne die AfD im Bundestag in einer „rot-grünen Utopie“ aufgehen – unter anderem ohne Grenzen, ohne Freiheit. Es würde keine Stimme geben, die sich mit „Mut zur Wahrheit“ auflehnt und „die politische Korrektheit bricht.“

Vor der Hochlandhalle machten die Demonstranten vor allem mit Trillerpfeifen auf sich aufmerksam.

Dann kam der Hauptredner des Abends, Ehrenvorsitzender Gauland, ans Rednerpult. Getreu dem AfD-Motto „Deutschland. Aber normal.“ ging er darauf ein, was in Deutschland nicht mehr „normal“ sei. Es sei beispielsweise nicht normal, dass jeder zweite Deutsche das Gefühl habe, er könne seine Meinung nicht mehr öffentlich äußern ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. Das sei der tiefste jemals vom Allensbachinstitut gemessene Wert für diese Frage. Auch auf den Afghanistan-Einsatz ging er ein. „Es ist nicht Aufgabe der deutschen Bundeswehr einen Staat aufzubauen, in einer fremden Kultur mit einer fremden Religion.“ Wenn die afghanische Zivilgesellschaft dazu nicht die Kraft habe, „dann ist es nicht unsere, nicht amerikanische oder wesen immer Aufgabe, sie sozusagen zu ersetzen.“ Das sei der Fehler des Afghanistan-Einsatzes gewesen.

Nachdem der Ehrenvorsitzende noch auf verschiedene andere Punkte eingegangen war, schloss er mit den Worten: „Wer Deutschland liebt wählt AfD.“ Ein Video der gesamten Veranstaltung gibt es auf YouTube.

Vor der Hochlandhalle hatte der Verein „Nie wieder! Gemeinsam gegen Rechts im Landkreis Weilheim-Schongau!“ zu einer Gegendemonstration eingeladen. Auf den Plakaten der Demonstranten, unter denen auch junge Familien waren, stand unter anderem „Bunt statt Blau/Braun“ und „No AfD“. Laut dem Polizeipräsidium Oberbayern Süd sei dies aus ihrer Sicht eine „total ruhige Veranstaltung“ gewesen. Vor Ort waren rund 100 Polizisten im Einsatz.

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Quelle: Kreisbote

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