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Wheelmap-Aktion: Barriere-Checker erkunden die Weilheimer Innenstadt

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Wheel-Map Aktion Caritas Weilheim
Bei der Wheelmap-Aktion von Offener Behinderten-Arbeit und Freiwilligenagentur des Caritasverbandes Weilheim-Schongau wurden 60 Geschäfte und Gebäude auf rollstuhlgerechte Zugänge getestet. Von links: Gabi Hager-Königbauer, Freiwilligenagentur; Gaby Schweiger-Koterba, Veronika Otto, JRK; Nikola Simon, Offene Behinderten-Arbeit; Anna Heilbock, Daniel Illich, Leonie Hammer, alle JRK; Thomas Koterba, Geschäftsführer Caritasverband, Andreas Krahl MdL. © Privat

Weilheim – Mal schnell zum Bäcker oder eine Kleinigkeit einkaufen, wenn man im Rollstuhl oder mit Rollator unterwegs ist? Dass das trotz vieler Bemühungen von Behindertenorganisationen und Verpflichtungen aufgrund der UN-Behindertenkonvention oft nicht möglich ist, haben kürzlich Freiwillige bei einer so genannten Wheelmap-Aktion erfahren.

Die Offene Behindertenarbeit und die Freiwilligenagentur des Caritasverbandes Weilheim-Schongau hatten dazu aufgerufen für mehr Barrierefreiheit in der Stadt Weilheim aktiv zu werden. Mithilfe einer digitalen App und einem einfachen Ampelsystem konnten Freiwillige Zugänge zu Weilheimer Geschäften und öffentlichen Gebäuden auf rollstuhlgerechte Eingänge überprüfen und in einer weltweiten Landkarte, der Wheelmap, eintragen. Fast 60 Eingänge wurden während der Aktion markiert. Die Einträge helfen Besuchern und Einheimischen, sich mit Rollstuhl und Gehhilfe leichter zurechtzufinden.

Auch Andreas Krahl, Landtagsabgeordneter und Vize-Präsident des bayerischen BRK, war bei der Aktion dabei und sagte in seiner Begrüßung „die Wheelmap-App ist ein prima Hilfsmittel für Menschen mit Gehbehinderung. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass es noch viele andere Barrieren abzubauen gilt, zum Beispiel für seh- und hörbehinderte Menschen.“ „Eine tolle Aktion, da sollte viel mehr getan werden. Wir haben leider keinen Personenaufzug, so dass Kunden im Rollstuhl nicht in allen Abteilungen einkaufen können“, bedauerte die Mitarbeiterin eines Geschäfts in der Fußgängerzone.

Zum Abschluss der Aktion dankte Caritas-Geschäftsführer Thomas Koterba allen Beteiligten. „Ich freue mich sehr, dass sich vor allem junge Menschen in ihrer Freizeit aktiv für Barrierefreiheit engagieren. Wir haben vor, diese Aktion auch in anderen Städten und Gemeinden anzubieten und hoffen auf rege Teilnahme.“ Wer für mehr Barrierefreiheit aktiv werden möchte, kann jederzeit selbst zum „Barriere-Checker“ werden. Alle Infos gibt es auf der Internetseite www.wheelmap.org.

Die Wheelmap ist eine digitale Landkarte für rollstuhlgerechte Orte. Unter www.wheelmap.org kann jeder ganz leicht Orte finden, eintragen und über ein Ampelsystem bewerten – weltweit. Die seit 2010 verfügbare Karte soll Rollstuhlfahrern und Fahrerinnen sowie Menschen mit anderen Mobilitätseinschränkungen helfen, ihren Tag planbarer zu gestalten. Aktuell sind über 2 Million Cafés, Bibliotheken, Schwimmbäder und viele weitere öffentlich zugängliche Orte erfasst. Die Wheelmap ist als kostenlose App für iPhone, Android und Windows Phone verfügbar. So kann die Karte unterwegs über das Smartphone genutzt werden. Wheelmap.org ist ein Projekt der Sozialhelden, eine Gruppe von engagierten jungen Menschen, die seit 2004 gemeinsam kreative Projekte entwickelt, um auf soziale Probleme aufmerksam zu machen und sie im besten Fall zu beseitigen.

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Von Kreisbote

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