Die Brücke wird geweiht.
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Weihwasser für die Brücke gab´s von Herbert Kellermann. Links die evangelische Pfarrerin, Sabine Nagel.

»Brückenschlag in eine neue Zeit«

Einweihung der neuen Oderdinger Geh- und Radwegbrücke

  • Bernhard Jepsen
    VonBernhard Jepsen
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Polling – Ein „großartiges Bauwerk“, eine filigrane Meisterleistung“, ein „Identifikationsobjekt für das Oberland“ sowie ein „künstlerisches und ortsbildprägendes Bauwerk“: Es waren wahre Lobeshymnen, die bei der offiziellen Einweihung der neuen Geh- und Radwegebrücke bei Oderding in den Ansprachen zu hören waren.

Die Gemeinde Polling hatte zur ökumenischen Segnung mit Monsignore Herbert Kellermann und Pfarrerin Sabine Nagel eingeladen. Anwesend waren unter anderem Gemeinderäte, Planer, Baufirmen und Politprominenz wie CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt. Die Pollinger respektive Oderdinger haben lange für die Brücke gekämpft. Ein erster offizieller Antrag zur Errichtung einer sicheren Überquerung für Fußgänger und Radfahrer hatten zwei Oderdinger Bürger bereits 2010 gestellt. Doch wie Bürgermeister Martin Pape in seiner Festrede betonte, habe erst ein personeller Wechsel an der Spitze des Staatlichen Bauamts den entscheidenden Durchbruch gebracht – und den Standort direkt neben der Staatsstraßenbrücke ermöglicht.

Die Zeiten, in denen Spaziergänger, Radler, Schüler oder die Fußballer des SV Polling auf ihrem Weg zum Oderdinger Sportplatzgelände den schmalen und gefährlichen Seitenstreifen auf der Staatsstraßenbrücke direkt neben der Fahrbahn zur Ammerüberquerung nutzen mussten, sind nun endgültig vorbei. Aber die von der Uffinger Zimmerei Will gefertigte Holz-Stahlkonstruktion hat nicht nur eine funktionale Bedeutung, sie ist auch ein optisches Highlight, das sich perfekt in die Umgebung einfügt: „Menschen nutzen diese Brücke, um die Ammer zu beobachten und die Natur zu genießen“, konstatierte Pape: „Sie dient zum Schutz vor Sonne und Regen oder auch einfach nur, um dieses wunderschöne Bauwerk zu bewundern.“

Fokus auf Radverkehr

Wie Landrätin Andrea Jochner-Weiß in ihrem Grußwort betonte, sei der Brückenschlag nicht nur für die Gemeinde Polling, sondern für den gesamten Landkreis ein „großartiges Ereignis“. Nun könne man „mit dem Rad in einem Zug von Peißenberg nach Weilheim fahren“. Der neue Steg sei ein „Brückenschlag in eine neue Zeit“ mit Mobilitätswende und stärkerem Fokus auf den Radverkehr.

Planerisch war der Brückenschlag alles andere als einfach. Die Spannweite von 46 Metern und die Einhaltung eines Freibords für etwaige Ammer-Hochwasser stellten die Ingenieure vor Herausforderungen. Bei den Ursprungsentwürfen lag die Tragkonstruktion unter der Brücke. Das hätte aber zur Folge gehabt, dass die Brücke extrem hoch geworden wäre. „Mir sind dann die alten Holzbrücken in der Schweiz und in Österreich eingefallen“, erzählte Fachwerksplaner Franz Ostler (OK Ingenieure; Lenggries): „Da fährt oder geht man als Passant in der Brückenkonstruktion durch.“ Auch das Staatliche Bauamt war von der Idee mit dem Baustoff „Holz“ sofort angetan – obwohl wegen der Unterhaltskosten eigentlich bei staatlichen Aufträgen eher andere Materialien verwendet werden. „Sie haben gefragt, ob wir dürfen – und wir durften“, berichtete Ostler über die Genehmigungsprozesse: „Ich habe gesagt, ‚wir bauen ein Dach drüber und hausen sie ein, dann haben wir einen Holzschutz und die Brücke hebt ein paar hundert Jahre‘.“

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Quelle: Kreisbote

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