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Entwurfsplanung für Aktivzentrum in Peißenberg vorgestellt

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Von: Bernhard Jepsen

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Skizze Aktivzentrum Peißenberg
Das Aktivzentrum neben dem Eisstadion soll ein länglicher Bau mit einer Grundfläche von 650 Quadratmetern werden. Im Erdgeschoss sind sieben Umkleidekabinen für den Eisstadionbetrieb, dazu Schiedsrichter- und Trainerräume sowie eine Teeküche geplant. Das Gebäude soll mit Aufzug ausgestattet werden. Im Obergeschoss sind unter anderem ein Bewegungs- und Mehrzweckraum vorgesehen. Die Gesamtnutzfläche beträgt 828 Quadratmeter. © Skizze: Planungsbüro Kreutterer

Peißenberg – Gleich neben dem Eisstadion auf dem ehemaligen Rollschuhplatz wollen der TSV Peißenberg und die Gemeinde im Rahmen einer Bauherrengemeinschaft ein Aktivzentrum errichten (wir berichteten). Der geplante Kombinationsbau soll im Erdgeschoss neue Umkleidekabinen für den Eisstadionbetrieb und im Obergeschoss Tanz- und Bewegungsräume zur allgemeinen Vereinsnutzung bereitstellen. Knackpunkt des Projekts könnte allerdings die Finanzierung werden.

In der jüngsten Marktratssitzung wurde die Entwurfsplanung vorgestellt – und zwar, wie der beauftragte Planer Georg Kreutterer konstatierte, für einen „relativ einfachen Zweckbau in Massivbauweise“. Ein architektonisch ansprechendes Gebäude ist also im Zuge des Aktivzentrums eher nicht zu erwarten. Den beiden Bauherren würde dafür auch schlichtweg das Geld fehlen. Schon allein die Finanzierung des „Zweckbaus“ wird für die Verantwortlichen eine Herausforderung. In trockenen Tüchern ist das Projekt jedenfalls noch nicht.

Im Rahmen der Entwurfsplanung geht man von drei Millionen Euro brutto aus. In der Vorplanung waren es noch 2,5 Millionen Euro. Kreutterer hat in die neue Schätzung die zurückliegende Preissteigerung (13 Prozent) und eine prognostizierte Kostenmehrung (sieben Prozent) eingearbeitet. Doch eine konkrete Kostenberechnung liegt noch nicht vor. Für gewöhnlich schraubt sich der Ansatz bei dieser noch einmal in die Höhe. Das war zum Beispiel auch bei der aktuell laufenden Erweiterung der Josef-Zerhoch-Grundschule so. Bliebe es wider Erwarten bei den drei Millionen, würden auf die Gemeinde nach der Nutzungsaufteilung (Aktivzentrum/Umkleiden) ein Anteil von 1,2 Millionen entfallen. 900 000 Euro wurden dem Markt von der Städtebauförderung als Zuschuss in Aussicht gestellt. Die restlichen 300 000 Euro müsste die Kommune aus eigener Tasche bezahlen. Der TSV wiederum müsste die stolze Summe von 1,8 Millionen Euro tragen. „Wir können das stemmen. Wir bekommen das hin“, beteuerte TSV-Präsident Stefan Rießenberger im Marktrat. Man brauche zwar noch die Zustimmung der Mitgliederversammlung, aber für den Verein sei das Aktivzentrum ganz wichtig: „Wir brauchen es für unsere Jugendlichen und für den Breitensport insgesamt.“ Neben einem Darlehen will der TSV seinen Anteil über einen Zuschuss des Bayerischen Landessportverbandes (BLSV) und eine bereits 2020 abgesegnete Finanzspritze in Höhe von 200 000 Euro von der Gemeinde stemmen. Der Markt wäre dann also unter dem Strich mit mindestens 500 000 Euro im Boot – alles auf Basis der Kostenschätzung von drei Millionen Euro wohlgemerkt.

Für die Gemeinde wäre das kein Pappenstiel. Sie muss in den kommenden Jahren teure Pflichtaufgaben wie den Hochwasserschutz oder die Erweiterung des Feuerwehrhauses stemmen. Hinzu kommt, dass der Markt ohnehin schon jährlich knapp 100 000 Euro in das TSV-betriebene Eisstadion steckt. Ohne die Kommunal-Subvention wäre die Sportstätte nicht überlebensfähig. Aber das Eisstadion ist für die Gemeinde eben keine Pflichtaufgabe, sondern nur eine freiwillige Leistung. Auf diesen Unterschied machte Michael Liedl im Marktrat aufmerksam. Den Vorschlag von Christian Quecke (CSU/Parteilose), auch den nördlichen Gebäudeteil des Aktivzentrums mit einem Obergeschoss auszustatten („Das ist sonst verschenkter Raum“), konterte der Marktkämmerer: „Wir sprechen hier von freiwilligen Leistungen. Wir müssen es irgendwie finanzieren.“ Er wolle nicht irgendwann den Rotstift ansetzen müssen. Liedl sprach zudem die Gleichbehandlung mit anderen Vereinen an. Ein übermäßiges, finanzielles Engagement beim Projekt „Aktivzentrum“ könnte diesem Grundsatz widersprechen: „Das müssen wir im Hinterkopf behalten.“

Entschieden über den Bau des Aktivzentrums wurde im Marktrat noch nichts. Erst wenn die Stellungnahmen der Förderstellen und eine konkrete Kostenberechnung vorliegen, soll ein endgültiger Beschluss fallen.

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