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Feuerwehrhaus Forst: Es bleibt beim Verkauf

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Von: Roland Halmel

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Altes Feuerwehrhaus in Forst.
Das alte Feuerwehrhaus in Forst will Wessobrunn im Zuge des Kaufs des Raiffeisenfelds abgeben. An diesem Entschluss hielt der Gemeinderat auch in der Sondersitzung fest. © Halmel

Wessobrunn/Forst – Fast eineinhalb Stunden drehte sich im Wessobrunner Gemeinderat alles nur um ein Thema.

In der Sondersitzung, die ein Bürgerantrag forderte, ging es um den Verkauf des Forster Feuerwehrhauses, dem das Ratsgremium in der April-Sitzung mit einer 11:4-Mehrheit zugestimmt hatte. Nach einer intensiven und zum Teil emotionalen Debatte, an der sich auch die rund 40 anwesenden Bürger beteiligen durften, ergab die erneute Abstimmung ein knapperes, aber kein anderes Ergebnis. Mit einer 7:6-Mehrheit, gegenüber der April-Sitzung fehlten zwei Räte entschuldigt, entschied der Gemeinderat das 1969 gebaute Feuerwehrhaus im Zuge des Kaufs der Flächen auf dem Raiffeisenfeld, wo in einem Gebäude die Wehr und die Vereine ein neues Zuhause finden sollen, abzugeben.

„Wir haben uns schon damals die Entscheidung gut überlegt“, erklärte Bürgermeister Georg Guggemos zu Beginn der Versammlung, bei der er zunächst einen kleinen Rückblick auf die Überlegungen zum Feuerwehrhaus in Forst machte.

Bereits vor über zehn Jahren gab es erste Ideen für einen Neubau. Konkreter wurde es 2017 als ein Standort in der Senke neben dem Sportheim ins Gespräch kam. Wegen der dafür zu erwartenden Kosten von bis zu fünf Millionen Euro verwarf der Gemeinderat diesen Vorschlag, bis nach den letzten Wahlen der verwaiste Gasthof „Bayrischer Hiasl“ als Vereinsheim und der Neubau eines Feuerwehrhauses daneben ins Gespräch kamen.

Aber auch diese Idee wurde zu den Akten gelegt, bis sich in diesen Jahr das Raiffeisenfeld als Lösungsmöglichkeit auftat. Im Zuge der Verhandlungen mit dessen Besitzer, Georg Buchner-Arnold, wurde auch über ein mögliches Tauschgeschäft gesprochen, bei dem das Feuerwehrhaus abgegeben wird. „Das war ein Wunsch, aber keine Bedingung“, erklärte Guggemos, der klar machte, dass er eine gütliche Einigung auch wichtig für die zukünftige Zusammenarbeit mit einem der größten Grundbesitzer in Forst sieht. „Ich will, dass es in Forst weitergeht und das Feuerwehrhaus ist auch kein Schnäppchen“, sagte im Anschluss Buchner-Arnold.

„Ich bin sehr dankbar, dass er das Raiffeisenfeld verkauft, aber er macht das Feuerwehrhaus nicht zur Bedingung. Deshalb bin ich der Meinung, solche Grundstücke in der Ortsmitte nicht herzugeben“, machte Gemeinderätin Gerlinde Sterr ihre ablehnende Haltung zum Tausch deutlich. „Wir hätten jedem Bürger das Recht geben sollen, das Haus zu kaufen“, ergänzte Hubert Schütz, einer der Unterzeichner des Bürgerantrags, der zudem die aus seiner Sicht unzureichende Information kritisierte.

„Alle Feuerwehrler sind informiert worden“, hielt Felix Kriesmair von der Forster Wehr entgegen. Zudem brachte er mögliche Abrisskosten für das über 50 Jahre alte Gebäude ins Spiel und auch er blickte in die Zukunft. „Wenn wir nicht auf den Wunsch eingehen, kann er beim nächsten Mal gleich ‚Nein‘ sagen“, meinte Kriesmair. Für die frühere zweite Bürgermeisterin ging die Diskussion zu sehr auf die persönliche und zu wenig auf die sachliche Ebene. „Wir müssen den Grundstückskauf am Raiffeisenfeld vom alten Feuerwehrhaus trennen. Ohne Not muss man das nicht hergeben und man kann es in zehn Jahren immer noch verkaufen“, sagte Annemarie Bösl. „Wir schwimmen nicht im Geld und müssen unsere Mittel mit Bedacht einsetzen“, warb stattdessen Gemeinderat und Feuerwehrkommandant Andreas Reßler für das Tauschgeschäft.

Klar dagegen war Diemut Coppola. „Es gibt auch Leute in der Gemeinde, die nicht in den Vereinen sind, vielleicht denkt man auch mal an die und auch an die Älteren“, brachte sie eine Begegnungsstätte im alten Feuerwehrhaus ins Gespräch. „Da sehe ich keinen Treff für alte Leute, vielleicht können wir für so einen Zweck einen Teil am Raiffeisenfeld zurückhalten“, widersprach der frühere Gemeinderat Michael Kirchbichler, der die gefundene Lösung zudem als gut lobte. Die Gemeinderäte Miriam Kopp und Stefan Erhard räumten ein, dass es für sie eine sehr schwere Entscheidung sei, bevor die Diskussion etwas hitziger wurde. Letztlich beruhigten sich die Gemüter wieder, ehe Schützenmeister Michael Schelle abschließend nur einen Verlierer beim Tauschgeschäft ausmachte „und zwar das Finanzamt“. Bei der namentlichen Abstimmung votierten schließlich sieben Räte für die Beibehaltung und sechs für die Aufhebung des Verkaufsbeschlusses.

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