John Arman Quintett Ammertöne 2021
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Jazz durchdrang das Weilheimer Stadttheater beim Auftakt der Ammertöne. Auf der Bühne zusehen war das John Arman Quintett.

Jazz liegt in der Luft

Jazztage Ammertöne im Stadttheater Weilheim

  • VonAntonia Reindl
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Weilheim – Noch eine Zugabe, dann ist Schluss. Nicht ganz, eine weitere folgt, erst dann verlassen die Musiker die Bühne. Auskosten bis zur letzten Sekunde heißt es auf der Bühne, heißt es im Publikum. Am vergangenen Freitag spielte das John Arman Quintett zum Start der 15. Jazztage Ammertöne im Stadttheater – und präsentierte seinen Zuhörern in einer Zeit, in der es wieder stiller wird, Töne vom Feinsten.

Rund 30 Zuhörer nehmen Platz, reichlich Luft zwischen den Sitzen. Kurz vor Beginn ist die Freude auf Musikgenuss spürbar – und hörbar. „Noch zwei Minuten“, flüstert eine Dame aufgeregt. Dann betreten die Musiker die Bühne. Mehr Musiker als erwartet und angekündigt. Weil Johannes Enders verhindert ist, greift nun Herwig Gradischnig zum Tenor-Saxophon. Mit der Posaune gesellt sich Johannes Herrlich noch zu Renato Chicco an der Orgel, Matthias Gmelin sitzt am Schlagzeug und John Arman steht mit der Gitarre auf der Bühne. Anstatt des angekündigten Quartetts erwartet das Publikum damit ein Quintett.

Der austro-britische Gitarrist ist zum ersten Mal im Stadttheater, in Weilheim. „Ich bin nicht enttäuscht“, meint Arman und lächelt. Dann legt er los, genießt es mit seinen Jazz-Kumpanen sichtlich, im violetten Licht der Bühne zu stehen. Swingend, groovend, bluesend, mal laut und energiegeladen, mal leise und bedacht tanzen die Töne in die Ohren eines immer wieder applaudierenden Publikums.

Zu hören sind etwa eine Hommage an Miles Davis, eine Variante von „So What“, „unsere Version heißt ‚So That‘ “, sagt Arman und schmunzelt. Und auch ein Werk des kürzlich verstorbenen Pat Martino wird interpretiert. „Wir wollen ihm ein Denkmal setzen“, betont der Gitarrist. Martino habe „so viele berührt und inspiriert“.

Als der letzte Ton des letzten Stücks verklingt, verbeugt und verabschiedet sich das Quintett, ehe lang anhaltender Beifall die Musiker zurück auf die Bühne zieht. Er wolle die Gelegenheit nutzen, noch einmal zu spielen, „in Österreich erwartet uns jetzt dann der Lockdown“, sagt Arman, ehe sie ein Stück von Grant Green präsentieren. „Der ist schon lange tot, aber seine Musik lebt weiter“, meint der Austro-Brite.

Am Ende verlassen die Musiker abermals die Bühne, ehe sie erneut Applaus zurückholt. Eine Ballade soll das Publikum dann aber endgültig, nach rund zwei Stunden, in den Abend verabschieden. „Sagenhaft“, schwärmt eine Dame, als der finale Ton verstummt ist.

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Quelle: Kreisbote

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