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Leonhardi-Fahrt in Pähl mit 26 Gespannen verheißt gutes Wetter

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Von: Dieter Roettig

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Pferdegespann beim Leonhardi-Ritt.
Wer die Feldmesse versäumt hatte, bekam die Leonhardi-Kapelle wenigstens als Modell „frei Gehsteig“ auf einem Pferdegespann angeliefert. © Roettig

Pähl – Hoffentlich trifft die alte Bauernregel für den Gedenktag des heiligen Leonhard am 6. November auch zu, wenn man die Leonhardi-Fahrt wie in Pähl vorverlegt: „Wie‘s Wetter an Leonhardi is, bleibt‘s bis Weihnachten g‘wiß“. Demnach hätten wir die nächsten Wochen strahlendes Herbstwetter zu erwarten, so wie am Sonntag in Pähl, der Perle des Pfaffenwinkels.

Hunderte von Schaulustigen aus der ganzen Region säumten die Straßen, als Reiter und 26 Gespanne nach dem Feldgottesdienst an der Leonhardi-Kapelle durch den Ort zogen. Die prächtig geschmückten Rösser hatten zuvor von Kaplan Edwin Valiaparambil Gottes Segen erhalten.

Die Zeremonie gehört zu den ältesten christlichen Bräuchen in Bayern und erinnert an den im sechsten Jahrhundert gestorbenen Leonhard von Limoges. Er galt erst als Schutzpatron und Fürsprecher der Gefangenen, später als „Bauernherrgott“ für alle Belange des bäuerlichen Lebens sowie für Hornvieh und Rösser. Landwirte und Fuhrmannsleute riefen ihn an und baten um Schutz für ihre unentbehrlichen Last- und Arbeitstiere. Daraus entwickelte sich der Bauernspruch: „Nach der Arbeit Schwere, an Leonhardi die Rösser ehre“.

Die Gespanne mit den auf Hochglanz gestriegelten und fein herausgeputzten Rössern kamen neben Pähl aus Raisting, Hohenpeißenberg, Murnau, Etting, Forst, Steinbach, Moorenweiß, Eschenlohe, Untersöchering, Dorfen, Jesenwang und Feldafing. Aus der Ehrenkutsche grüßten Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Bürgermeister Werner Grünbauer.

Letzterer zeigte sich erleichtert, dass nach den Corona-Einschränkungen wieder etwas Normalität einkehrt und wenigstens auf Sparflamme gefeiert werden kann. So gab es nicht wie üblich ein gemeinsames Mittagessen im Pfarr- und Gemeindezentrum. Dafür aber Deftiges wie Kesselfleisch, Würstl und Leberkäs im Freien auf Bierzeltgarnituren.

Zuschauer und Mitwirkende waren voll des Lobes über den Leonhardiverein Pähl-Fischen mit seinen Vorsitzenden Kaspar Spiel und Andreas Ottinger. Sie hatten kurzentschlossen sofort nach den Corona-Lockerungen in Absprache mit dem Landratsamt die Leonhardi-Fahrt organisiert, „damit die Tradition in Pähl nicht einschläft“. Immerhin reicht sie mit diversen Unterbrechungen zurück bis in Jahr 1947.

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