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Oberhausens Bürgermeister legt Amt nieder

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Thomas Feistl Bürgermeister Oberhausen
Thomas Feistl hat sein Amt niedergelegt. © Privat

Oberhausen – Seit gut acht Jahren ist Thomas Feistl Erster Bürgermeister der Gemeinde Oberhausen und seit mehr als 15 Jahren Mitglied des Gemeinderates. Doch nun ist er von diesem Amt zurückgetreten und seine Entscheidung hat ganz bestimmte Gründe.

Während seiner Amtszeit fielen viele Projekte und Aufgaben in seinen Verantwortungsbereich. Unter anderem waren dies laut Feistl der Bau des Kinderhauses, der Breitbandausbau, die Schaffung der Baugebiete Alpenblick II und Berger Au, die Sanierung und Umnutzung des Rathauses mit Dorfplatz und verschiedene Verwaltungsaufgaben.

Doch nun hat Feistl sein Amt niedergelegt, denn der Vorsitz im Gemeinderat bereite ihm „vermehrt seit dieser Wahlperiode großes Kopfzerbrechen“. In seinem Antrag auf Entlassung erläutert der Bürgermeister seine Situation und begründet diese Entscheidung. Ausschlaggebend dafür seien Angriffe, Anschuldigungen und Vorwürfe, die des Öfteren gegen ihn erhoben wurden. Diese haben durch ihre „verletzende Art und Weise mittlerweile eine rote Linie überschritten“, so Feistls Worte. Auch im Gremium sei der Umgang untereinander „bisweilen weit unter der Gürtellinie“.

Dabei räumt der Bürgermeister ein, dass auch er Fehler gemacht habe und das „kontroverse Diskussionen und politische Auseinandersetzungen zu einer Demokratie“ dazugehören. Jedoch ginge es um den persönlichen Umgang mit ihm. Dieser „lähmt mich mehr und mehr in meiner Arbeit als Bürgermeister und somit letztlich die Gemeinde.“ Es bleibe auch nicht aus, dass dies in seinem privaten Umfeld und in seiner Familie spürbar werde.

Es sei mittlerweile so, „dass ich mich zu oft um kommunalrechtliche Fragestellungen kümmern muss, als um meine eigentliche Aufgabe.“ Dies liege daran, dass einige Mitglieder des Gremiums ihm „immer wieder, letztlich haltlose, Vorwürfe in meiner Amtsführung machen. (...) Es mag sein, dass nicht allen von Ihnen meine Entscheidungen gefallen. Diese sind aber innerhalb meiner Kompetenz zu akzeptieren. Ich kann und möchte mich nicht für jedes Detail rechtfertigen müssen. Ich komme mir regelmäßig vor, als stünde ich als Angeklagter vor Gericht“, findet Feistl klare Worte. Zudem ist in seinem Schreiben von „Einschüchterungs- und Erpressungsversuchen“ aus dem Gremium und Angriffen auf seine Person während seiner Corona-Erkrankung die Rede. Diese Vorfälle hätten nun „das Fass zum Überlaufen gebracht“, begründet Feistl seine Amtsniederlegung weiter.

Der Schritt sei ihm wahrlich nicht leichtgefallen. Dennoch stellte er den Antrag auf Entlassung zum nächstmöglichen Zeitpunkt, spätestens zum 31. Januar 2022. Künftig will sich Feistl seiner Aufgabe als Geschäftsführer der 17er Oberlandenergie GmbH widmen.

Unter anderem bedankte sich Feistl bei „allen ehemaligen und auch bei einigen amtierenden Gemeinderätinnen und Gemeinderäten für die gute Zusammenarbeit. Gerade Letzteren wünsche ich weiterhin viel Kraft in diesem Amt.“

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