1. Startseite
  2. Lokales
  3. Weilheim
  4. Kreisbote

Photovoltaik-Fassade für Weilheimer Turnhalle?

Erstellt:

Von: Ursula Gallmetzer

Kommentare

Photovoltaikanlage
Der Vorschlag einer Photovoltaik-Fassade für die Turnhalle kam im Schul- und Kreisausschuss gut an. © Symbolbild: Bildagentur PantherMedia / Matthias Heigl

Weilheim – Eigentlich wurde in der Oktober-Sitzung des Kreistags besiegelt, dass die neue Fassade der Turnhalle am Gymnasium mit Holz verkleidet wird. Doch nun könnte es erneut eine Änderung geben. Denn ein Eilantrag wurde am Montag positiv von Schul- und Kreisausschuss aufgenommen.

Es ist noch nicht mal zwei Monate her, da ging es bei der Diskussion um die Fassade der neuen Weilheimer Turnhalle im Kreistag hoch her. Letztendlich wurde entschieden, dass das mit rund 14 Millionen Euro kalkulierte Projekt eine Holzummantelung für zusätzlich circa 180 000 Euro bekommt. Doch nun könnte dieser Plan durch eine Photovoltaik-Fassade ersetzt werden.

Die Weilheimer Agenda 21 sei an ihn herangetreten und auch Kreisrätin Brigitte Gronau (Grüne) habe ihn auf das Thema angesprochen, erklärte Florian Steinbach, Leiter der Kommunalen Bauverwaltung im Landratsamt. Er machte sich daher nochmal ans Werk und das mit überraschenden Ergebnissen. „Es ist ein ganz neuer Werkzeugkasten“, zeigte er verschiedene Möglichkeiten auf, wie Photovoltaik-Fassaden heutzutage aussehen können. In Sachen Struktur und Farbgebung sei vieles möglich. Sein Fazit: „Eine Photovoltaik-Fassade ist grundsätzlich machbar.“ Sie passe auch gestalterisch besser als Holz zum Gebäude und sei eine „ganz spannende Lösung“.

Dennoch gebe es einige Hürden, zum Beispiel die Auflagen zur Brandsicherheit. Auch müsse in der prominenten städtebauliche Lage an der B2 darauf geachtet werden, dass gewisse gestalterische Anforderungen erfüllt würden und keine Blendungen für den Verkehr entstehen. Derzeit gehe er von Mehrkosten von 270 000 Euro im Vergleich zur Holzfassade aus. Die Planungskosten würden sich auf 370 000 Euro belaufen.

Nun aber gebe es einen „Gamechanger“, erklärte Steinbach. Denn durch die Fassade könne statt dem Effizienzstandard KfW 55 sogar KfW 40 erreicht werden. Hierdurch seien wiederum deutlich höhere Fördergelder möglich. Auch durch die Einspeisung der erzeugten Energie könne die Finanzierung schneller gehen. Steinbach rechnet derzeit mit einer Amortisation der Kosten innerhalb von fünfeinhalb Jahren. Sein Vorschlag: Das Budget für die Turnhalle müsste um 400 000 Euro im Vergleich zur Holzvariante erhöht werden. In dieser Summe einkalkuliert sind die PV-Module samt Installation, die zu erwartenden zusätzlichen Anforderungen aus dem Brandschutz sowie die zusätzlichen Planungskosten. Dafür sollten aber jegliche weitere Planungsänderungen ausdrücklich ausgeschlossen werden, damit das Bauvorhaben endlich vorankommt.

Aus dem Schul- und Kreisausschuss gab es viele positive Rückmeldungen. Peter Ostenrieder (CSU) bezeichnete sich selbst als großen Photovoltaik-Freund und meinte: „Es bleibt nichts anderes übrig, als zuzustimmen.“ Auch Markus Kunzendorf (ÖDP) lobte: „Es ist meiner Meinung nach perfekt.“ Hans Schütz (Grüne) war ebenfalls begeistert und „überrascht, was möglich ist“.

„Wir können froh sein, dass die Agenda das nochmal aufs Tableau gebracht hat“, resümierte Manuela Vanni (Unabhängige) und regte an, derartige Lösungen auch für alle künftigen Bauprojekte des Landkreises in Erwägung zu ziehen.

Antragstellerin Gronau strahlte angesichts des Zuspruchs und durfte sich aus dem Publikum zu Wort melden. „Die Fakten sprechen für sich und wir können mit der Anlage in kürzester Zeit Geld verdienen“, freute sie sich.

Wer jedoch die Anlage letztendlich betreibt, konnte Steinbach auf Nachfrage von Karl-Heinz Grehl (Grüne) noch nicht endgültig beantworten. Derzeit würden noch Gespräche laufen.

Landrätin Andrea Jochner-Weiß zeigte sich zufrieden mit dem Zuspruch und der neuen Lösung: „Mit der Holzfassade waren wir alle nicht ganz glücklich.“ Nun muss der Kreistag am kommenden Freitag, 26. November, noch seine Zustimmung geben, damit die Planung weitergehen kann.

Bilder, Videos und aktuelle Ereignisse aus Ihrer Heimat: Besuchen Sie den Kreisboten Weilheim-Schongau auch auf Facebook.

Auch interessant

Kommentare