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Weilheimer Podcast „Be heard“

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Von: Ursula Gallmetzer

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Be heard Podcast
Im Murnauer BR-Studio zeigte Korrespondent Martin Breitkopf (links) den Beteiligten des Projekts, worauf beim Schnitt geachtet werden muss. © Bruno Tenschert

Weilheim – Podcasts liegen im Trend. Aus dem unendlichen Angebot einen wirklich guten herausfiltern, ist oft schwierig. Eine Reihe, die sich von anderen abhebt, ist der Weilheimer Podcast „Be heard“.

Wie lebt es sich mit Depressionen? Kann man im Rollstuhl und an ein Beatmungsgerät angeschlossen an der Gesellschaft teilnehmen? Wie ist es, wenn man das Gefühl hat, einfach nicht zu sein wie die anderen? In ihre ganz persönlichen Lebenswelten nehmen fünf junge Menschen aus der Region die Zuhörer*innen in ihren drei bisher erschienenen Audiobeiträgen mit.

„Es ist ein inklusives Projekt für Menschen mit und ohne Behinderung. Sie reden öffentlich über Themen, die ihnen am Herzen liegen“, erklärt Gabi Hager-Königbauer von der Caritas-Freiwilligenagentur, die das Projekt ins Leben gerufen hat. Gemeinsam mit einer Lehrerin der Berufsschule und Redakteuren des Bayerischen Rundfunks unterstützt sie die fünf jungen Leute beim Gelingen ihres Vorhabens. Ob Themenfindung, technische Voraussetzungen oder das Bearbeiten der aufgenommenen Dateien: Das Ergebnis von „Be heard. Der inklusive Podcast übers Anderssein“ sind Gespräche, die Einblick in das innerste der Protagonisten geben.

„Es ist alles sehr emotional. Mich bewegen die Podcasts sehr“, sagt Sabine Hutter, die die Inklusionsbeauftragte der Berufsschule ist und ihren Schützlingen mit Rat und Tat zur Seite steht. „Man sieht von außen nicht, was die Jugendlichen eigentlich mit sich rumschleppen“, ist sie besonders beeindruckt davon, wie viel Mut die Teilnehmenden machen, positiv zu denken, auch wenn das Leben manchmal nicht rundläuft.

Lui Knoll vom BR schließt sich an: „Ich bin wirklich baff, was das Ergebnis angeht.“ Vor allem, dass alles ganz spontan und ohne Drehbuch aufgenommen wurde, begeistert ihn. „Es ist alles echt und Realität.“

Tobias, der durch eine Muskeldystrophie im Rollstuhl sitzt und auf ein Beatmungsgerät angewiesen ist, erläutert seine Beweggründe zum Podcast: „Es geht darum, laut zu sein. Inklusion betrifft alle Menschen“, findet der 28-Jährige. „Es geht um Menschen, die in der Gesellschaft nicht gehört werden“, möchte er die Thematiken nicht nur auf Behinderungen beschränken, sondern auch auf viele unterschiedliche Probleme, die die Menschen mit sich herumtragen.

Teamkollege Matthias pflichtet ihm bei. „Wir haben überlegt: Wo werden Leute ausgegrenzt? Wo ist das Anderssein nicht okay?“ Mitschüler Georg lässt noch tiefer blicken: „Als Jugendlicher fühlt man sich oft anders, ist es aber eigentlich nicht. Das merkt man aber gar nicht. Wir wollen klarmachen, dass es vielen so geht.“ Ein ganz wesentlicher Teil, ergänzt Podcaster Diego, sei der persönliche Bezug zu den Themen. So seien bereits zahlreiche Ideen entstanden, die in weiteren Folgen verarbeitet werden sollen. Hierfür werden auch noch weitere junge Erwachsene gesucht, die sich beteiligen wollen.

Kontakt kann online aufgenommen werden. Zu finden ist „Be heard“ unter Podcast.de und einigen anderen Podcast-Plattformen.

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