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Monika Funkist Kreisgeschäftsführerin der Caritas. 

Diskussion von Kreisräte und Caritas

Wer zahlt wie viel für Freiwilligenagentur?

Weilheim - Wie geht es weiter mit der Freiwilligenagentur im Landkreis? Darüber diskutierten Kreisräte und Caritas. 

 Seit knapp drei Jahren gibt es die Freiwilligenagentur des Landkreises, die in dessen Auftrag von der Caritas geführt wird. Sie organisiert zum Beispiel Fortbildungen für Ehrenamtliche. Die Finanzierung war bislang gesichert, unter anderem durch Zuschüsse: Zudem kamen vom Landkreis 60 000 Euro, aufgeteilt auf jeweils 20 000 Euro pro Jahr. Ende des Jahres läuft diese Förderung aber aus. Danach sollte sich die Freiwilligenagentur der Caritas durch Sponsoren und anderweitige Zuschüsse selbst tragen.

Das war der Plan. Caritas-Kreisgeschäftsführerin Monika Funk musste bei der Sitzung des Kreisausschusses in Weilheim allerdings einräumen, „dass es nicht gelungen ist, ein Finanzierungskonzept zu etablieren“. Daher möchte die kirchliche Organisation künftig vom Landkreis 35 000 pro Jahr.

Dies stieß bei einigen Kreisräten auf wenig Gegenliebe, die kritisierten, dass sie davon ausgegangen seien, dass sich die Freiwilligenagentur, die von Gabi Königbauer in 24 Wochenstunden geleitet wird, nach dem dritten Jahr selbst trägt. Landrätin Andrea Jochner-Weiß und einige Kreisräte brachten die Überlegung ins Spiel, der Landkreis könne die Agentur angesichts der Kosten auch selbst übernehmen. Kritisiert wird auch der Anteil der Caritas, der rechnerisch bei nur rund zehn Prozent der Gesamtkosten von rund 52 000 Euro jährlich liege. Da solle die Caritas nachbessern, so Karl-Heinz Grehl (Grüne, Weilheim); er forderte eine 50:50-Finanzierung und erhielt Zustimmung von weiteren Kreisräten.

Die Kritik veranlasste Monika Funk dazu, ohne Aufforderung durch die Landrätin das Wort zu ergreifen. „Wir haben ein Konzept aufgelegt dank der Unterstützung des Landkreises; wenn sich heute aber entscheidet, dass Ihnen das Ehrenamt zweit- oder drittrangig ist, dann können wir daraus unsere Konsequenzen ziehen“, so Funk.

Dieser Aussagen traten mehrere Kreisräte entgegen, natürlich sei ihnen das Ehrenamt wichtig. Gleichzeitig waren sie auch bemüht, die Arbeit der Caritas mit ihrer Freiwilligenagentur zu loben – auch um weiteren Streit zu vermeiden, wie im Anschluss an die Sitzung zu erfahren war. Lob kam auch von Jochner-Weiß, die sich aber auch dagegen verwahrte, dass es „etwas Schlimmes“ sei, wenn man die Finanzierung hinterfrage.

Peter Ostenrieder (CSU/Birkland) fand deutlichere Worte in Richtung Funk: „Die Caritas stellt sich öffentlich immer hin und sagt, wir machen das mit der Freiwilligenagentur.“ Das sei aber ein „Deckmäntelchen“ bei einem Finanzierungsanteil von unter zehn Prozent.

Gabi Königbauer wies darauf hin, dass die Caritas in den drei Jahren ihres Bestehens ein Netzwerk geschaffen habe; ohne die Caritas gebe es einen Bruch.

Letztlich einigte sich der Kreisausschuss auf eine Vertagung, nachdem Funk zugesichert hatte, sie werde noch einmal auf die Caritas-Oberen zugehen und über eine Erhöhung des Eigenanteils an der Finanzierung reden.

Johannes Thoma

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