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Krönner: Café noch bis Ende März 2021 offen

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Von: Paul Hopp

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Fixpunkt am Marienplatz: das Ensemble mit „Konditorei & Café Krönner“, das es dort seit über 100 Jahren gibt. Foto: gro
Fixpunkt am Marienplatz: das Ensemble mit „Konditorei & Café Krönner“, das es dort seit über 100 Jahren gibt. © Gronau

Das Ensemble „Konditorei & Café Krönner“ am Marienplatz ist eine Weilheimer Institution. Ob es weiter dort Süßwaren geben wird, ist unklar. Der Vertrag mit dem bisherigen Pächter läuft nicht weiter. Das Café hat noch bis Ende März 2021 geöffnet. Der Pächter hat derweil einen eigenen Laden eröffnet.

Weilheim – Es sei „alles noch in der Schwebe“, sagt einer der Besitzer der beiden Gebäude, der seinen Namen nicht in der Zeitung genannt haben möchte. Der Vertrag mit dem Pächter, der Familie Barnsteiner, die seit 1994 das Traditionsgeschäft „Konditorei & Café Krönner“ betreibt, endet. Der Besitzer betont: „Es ist nicht so, dass wir gekündigt haben.“

Die Suche nach einem Nachfolger laufe. Die Verbindung von Konditorei und Café am Standort am Weilheimer Marienplatz solle es weiterhin geben. Es solle aber „keinesfalls eine 08/15-Lösung“ werden. Der Besitzer wünscht sich, dass sich „ein guter Pächter“ findet oder jemand entsprechendes Interesse bekundet.

In der Admiral-Hipper-Straße gibt es bereits die „Konditorei Barnsteiner“

Hans Barnsteiner, der bisherige Pächter, betreibt das Café noch bis 31. März 2021. „Dann endet das Pachtverhältnis, und für uns ist die Sache damit abgetan.“ Im Laden nebenan werden derzeit noch Kuchen und Süßwaren produziert, allerdings nur noch für den Bedarf im Café. Wer Konditorware zum Mitnehmen möchte, dem steht seit einigen Tagen ein Geschäft mit den Namen „Konditorei Barnsteiner“ an der Admiral-Hipper-Straße zur Verfügung. Dort gibt es Süßes „weiter in gewohnter Qualität“, sagt Barnsteiner. Sein neues Geschäft betreibe er „mit einem Lächeln im Gesicht“. Für die Stammgäste des Cafés tue es ihm leid, sagt Barnsteiner, aber ein Weitermachen sei nicht möglich gewesen. „Wir sind mit dem Verpächter nicht auf einen Nenner gekommen.“

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Die Wurzeln der Konditorei am Marienplatz reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Der aus Moosburg stammende Leopold Krönner eröffnete 1869 ein Geschäft, über dem das Schild „L. Krönner Wachszieher Conditor“ prangt. Es ist ein Novum in der Kleinstadt. Im Jahr 1918 kommt es durch Leopold Krönners ältesten Sohn, Franz Seraph, zu einer Erweiterung: Er kaufte das Nachbarhaus mit dem damaligen Gasthof „Zur Blauen Traube“ und baut es zum Café um – Eröffnung war im Juli 1919.

Barbara Krönner. „Momentan ist das für uns nicht leistbar“

Die Familie Krönner ist immer noch im Oberland im Konditor-Handwerk tätig. Barbara Krönner (56) betreibt in Murnau zwei Geschäfte: das „Konditorei & Kaffeehaus“ und die „Schokoladenmanufaktur“. Darüber hinaus gehören ein „Schokoladenmanufaktur“-Laden in Oberammergau und das Café im Weilheimer Modehaus „Echter“ dazu. Im Familienunternehmen sind die drei Kinder involviert. Der jüngste Sohn absolviert heuer die Meisterschule. Es gab Überlegungen, berichtet Barbara Krönner, das Café und die Konditorei in Weilheim wieder zu übernehmen. Doch die liegen derzeit auf Eis. „Momentan ist das für uns nicht leistbar – leider“, sagt die 56-Jährige auf Anfrage. Dies hänge unter anderem mit der derzeitigen Personalsituation, genauer: dem Personalmangel in der Gastronomie, zusammen.

In Murnau „haben wir ein gutes Team“, sagt Barbara Krönner. Die Situation in der Gastronomie sei jedoch immer schwieriger. Corona und die daraus resultierenden Auflagen für den Umgang mit Gästen machten das Ganze nicht einfacher. Der Druck sei hoch, so Krönner. Zumindest seien in Murnau wieder viele Gäste unterwegs. „Wir haben ordentlich zu tun.“

Um ein Engagement am Marienplatz zu stemmen, „müssten wir unsere Struktur verändern“, sagt Krönner. Innerhalb der Familie gibt es derzeit schon eine Sieben-Tage-Woche. Ganz begraben will Barbara Krönner die Idee in der Kreisstadt nicht: „Ich hänge schon sehr dran.“ Die Hausbesitzer seien weiter „in Beratung mit uns“. Gesucht werde „eine gute Lösung“.

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