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Sie legten an der Ammer nahe dem Naturfreundehaus  die ersten Stoffrahmen für das Kunstprojekt „wERDschätzung“: (v.l.) Bürgermeister Markus Loth, Stefan Frenzl (Amt für Standortförderung), Initiator Frank Fischer, Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Evelyn Bremicker und der „Naturfreunde“-Vorsitzende Joseph Wurm.

start für kunstprojekt in weilheim   

Und mit welchem Stück Erde sind Sie dabei?

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Die Beziehung von Mensch und Erde muss besser werden, meint der Weilheimer Künstler Frank Fischer. Deshalb startete er am Dienstag sein Projekt „wERDschätzung“ – mit Landrätin, Bürgermeister und der Hoffnung auf viele Mitkünstler.

Weilheim – Wie es aussehen wird, das Kunstwerk, das weiß noch nicht mal der Initiator selbst. Fest steht aber, dass es ein ganz besonderes Kunstprojekt ist – nämlich das erste überhaupt, das vom Landkreis Weilheim-Schongau offiziell gefördert wird (siehe Lokalseite 1). Bis zu 2500 Euro bekommt Fischer vom Kreis für „wERDschätzung“. So war Landrätin Andrea Jochner-Weiß persönlich zum Projekt-Startschuss am Weilheimer Naturfreundehaus gekommen. Und auch Weilheims Bürgermeister Markus Loth war mit von der Partie: Er freute sich, dass der Kreis nun mit bis zu 25 000 Euro jährlich Kulturförderung betreibt („bisher hat sich der Landkreis da immer dezent zurückgehalten“) – und insbesondere darüber, dass das erste Projekt in Weilheim beginnt.

Der Garten des Naturfreundehauses war nicht zufällig Schauplatz der Projektvorstellung: Er passe perfekt zu der Aktion, befand Joseph Wurm, der Vorsitzende der Weilheimer „Naturfreunde“, und erinnerte daran, dass sich diese als „Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur“ verstehen. „wERDschätzung“ verbinde „in einzigartiger Weise Natur und Kultur“, so Wurm. Die „Naturfreunde“ – denen auch Frank Fischer und seine Frau Irene angehören – sind Projektpartner; im Naturfreundehaus sollen im Oktober auch erste Ergebnisse des auf insgesamt drei Jahre angelegten Projekts vorgestellt werden.

Dessen Ausgangspunkt ist laut Fischer „die Wahrnehmung, dass der Zustand unseres Heimatplaneten, des Stücks Erde, auf dem wir stehen, nicht gut ist“. Nötig sei ein „Bewusstseins- und Verhaltenswandel“, eine „wirklich gute Beziehung von Mensch und Erde“ – und das kollektive Kunstprojekt „wERDschätzung“ will dazu einen Beitrag leisten. Eingeladen dazu sind „Personen jeden Alters aus der Region Weilheim-Schongau“: Sie können sich bei Fischer kostenlos einen von 16 handgefertigten, jeweils einen Quadratmeter umspannenden Stoffrahmen ausleihen und diesen in einem „passenden Ort in der freien Natur“ ausbreiten. In einem kurzen Ritual sollen die Teilnehmer ihre Sinne für den von ihnen gewählten Ort und die Situation öffnen, sich „in Dank und Wertschätzung“ diesem Stück Erde zuwenden. In einem Foto oder Film soll das Ganze samt Ortsangabe dokumentiert werden (einmal der Rahmen allein, einmal zusammen mit den jeweiligen Menschen) und per E-Mail an info@werdschaetzung.de geschickt werden.

Aus den eingesandten Fotos und Videos will Frank Fischer – der auch den Künstlernamen „freifrank“ trägt – ein kollektives Kunstwerk erstellen. Dieses beginne im Internet und werde mit verschiedenen Ausstellungen und Performances fortgeführt. Fischer hofft dafür auf weitere Sponsoren, insbesondere Unternehmen. Sein Projekt, so der 1958 in München geborene Initiator, folge dem Credo von Joseph Beuys: „Jeder Mensch ist ein Künstler.“ „Jeder mag etwas anderes, jeder kann etwas anderes“, knüpfte Landrätin Andrea Jochner-Weiß an dieses Motto an, ermunterte alle, „den Künstler in sich zu suchen“ – und warb fürs Mitmachen: „Sie werden sehen, es wirkt Wunder!“.

Magnus Reitinger

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