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Erinnerungen in Wort und Ton: (v.l.) Autor Michael Skasa, Bayerns ehemaliger Finanzminister Kurt Faltlhauser sowie der Saxofonist und „Das Boot“-Komponist Klaus Doldinger trafen sich gestern im Buchheim-Museum. 

Buchheim-Museum

Für die Kunst tat er alles

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Bernried - Doldinger, Faltlhauser und Skasa plauderten über Lothar-Günther Buchheim. Und das im Buchheim-Museum.

Knausrig konnte er sein und mit Worten durchaus grob; seine Wutausbrüche waren legendär. Und doch erinnert man sich seiner frohgemut und voller Bewunderung. Denn vor allem war Lothar-Günther Buchheim (1918- 2007) ein außergewöhnlicher Künstler und begnadeter Kunstvermittler – „wahnsinnig fleißig, ungeheuer initiativ, in vielen Bereichen genial“, wie Bayerns früherer Finanzminister Kurt Faltlhauser gestern im Buchheim-Museum schwärmte. Eine neue Sonderschau mit „Buchheims vergessenen Bildern“ war dort Anlass für launige „Erinnerungen an Buchheim“. Auf einem Sofa mitten in der Ausstellung plauderten Musiker Klaus Doldinger und Radiolegende Michael Skasa mit Faltlhauser, der heute im Vorstand der Buchheim-Stiftung sitzt.

Skasa (73), vielen noch mit der Bayern 2-„Sonntagsbeilage“ im Ohr, machte als Sohn eines Schriftstellers schon 17- jährig Bekanntschaft mit Buchheim – den er als „ziemlich knausrigen Verleger“ erlebte. In sein Haus wollte Buchheim möglichst keinen Pfennig investieren, so Skasa, gleichzeitig „gab er das Geld mit beiden Händen aus und schaffte dafür mit beiden Armen Kunst her“. Als der Zeitgeist deren Werke noch „modernistisches Zeug“ oder „Krikelkrakel“ nannte, habe Buchheim die „Brücke“-Maler bereits geliebt und gesammelt: „Er hat als einziger alle gekannt und alles gewusst.“ Was zu einer heute millionenschweren Expressionistensammlung führte, die um die Welt ging, ehe das Museum in Bernried gebaut wurde – das laut Faltlhauser heuer 90 000 Menschen besuchten.

Musiker Klaus Doldinger (79) lernte Buchheim kennen, als er 1981 die Musik zur Verfilmung von dessen Bestseller „Das Boot“ schrieb. Und wie bei vielen Festen für Buchheim blies er auch gestern die unsterbliche Titelmelodie, die, wie er erklärte, „in Moll anfängt und in Dur endet“.

Ans Ende des Plauschs vor rund 70 Zuhörern setzte Faltlhauser indes einen Mollklang – bezüglich Buchheims Wohnhaus in Feldafing: Per Fotos und Film habe die Stiftung dort alles bestens dokumentiert. „Aber dann muss das Haus leider, so schmerzlich es ist, abgerissen werden. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht.“

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