+
Zum Interview brachte Reinhard Aberl zwei Kakteen mit.

40 Jahre „Kakteenfreunde Oberland“

„Irgendwann ist man dann kaktusdamisch“

Am 12. März 1977 trafen sich 23 Frauen und Männer  und hoben einen Verein namens „Kakteenfreunde Oberland“ aus der Taufe. Am kommenden Sonntag, 12. März, wird mit einem Weißwurstfrühstück 40. Geburtstag gefeiert. Wir sprachen mit dem Vorsitzenden Reinhard Aberl (71) aus Wörthsee über das 40-Jährige und das exotische Hobby, der aktuell 32 Mitglieder.

Wer sind die „Kakteenfreunde Oberland“?

Ein Konglomerat aus Menschen – vom Landwirt bis zum Rechtsanwalt – mit Bezug zur Natur –, die sich für Sukkulenten und Kakteen begeistern und zwischen Geretsried und Buching sowie zwischen Wörthsee und Polling leben.

Wie sind Sie zu den Kakteenfreunden gekommen?

Schon mit 18 Jahren haben mir Kakteen gefallen und die sind bei mir zu Hause immer mehr geworden. Bei einer Ausstellung so etwa 1990 im Botanischen Garten habe ich dann ein Schild gesehen, das auf die deutsche Kakteen-Gesellschaft hinwies. Da habe ich mir Infomaterial besorgt und bin dann zum Stammtisch der „Kakteenfreunde Oberland“ gegangen, der damals noch in der „Hirschbergalm“ stattgefunden hat. Heute ist der Gasthof „Neuwirt“ in Polling unser Vereinslokal. Aus Polling kommt übrigens auch unser Vereinsgründer Reinhard Geßlbauer.

Was macht das Hobby so faszinierend?

Die Pflanze, darum geht es; oder deren Bedornungen, die einen faszinieren, vor allem von der Farbe und der Form her; oder die Blüten, die sind einfach fantastisch. Die Liebe zu den Kakteen muss überspringen, irgendwann ist man dann „kaktusdamisch“, wie wir sagen. Ich zum Beispiel besitze über 1000 Kakteen, auf den Börsen ringsherum findet man immer wieder was Neuss.

Das Durchschnittsalter im Verein ist hoch, ist Kakteenzüchten ein Hobby für Senioren?

Nein, das ist für alle interessant, das ist keine Alterfrage. Aber das Durchschnittsalter im Verein liegt trotzdem bei rund 70 Jahren, der Jüngste ist 28, der Älteste 86. Dass sich auch Jüngere für unser Hobby interessieren, sehen wir alle zwei Jahre bei den Steingadener „Blütentagen“. Da kommen viele zu uns an den Stand, aber in den Verein will keiner.

Wie oft soll man einen Kaktus eigentlich gießen?

Das ist ganz unterschiedlich, als Faustregel gilt: Zur Vegetationszeit im Frühjahr, wenn die Pflanze treibt, sollte man gießen. Wenn es dann warm ist, etwa einmal in der Woche, in der Winterpause zwischen November und April keinen Tropfen. Aber auch in der warmen Jahreszeit sollte man eine Gießpause einlegen.

Was ist ist Ihr Lieblingskaktus?

Meine Liebe Nummer 1 ist der Ariocarpus. der war fast ausgestorben, jetzt gibt es ihn dank Nachzüchtungen wieder. Sehr schön sind auch Übelmanien.

Wieso feiern die Kakteenfreunde den 40. Geburtstag nicht größer?

Weil wir eben alte Knochen sind. Wir laden unsere Mitglieder zum Weißwurstfrühstück in unsere Vereinslokal „Neuwirt“ nach Polling ein und zudem am 20. Mai zu einem Ausflug ins Berchtesgadener Land.

Stimmt es eigentlich, was der Volksmund sagt, wer einen Kaktus verschenkt, der findet den anderen ziemlich stachelig oder gar hässlich?

Das stimmt natürlich überhaupt nicht. Natürlich kann man einen Kaktus verschenken. Allerdings würde ich es mir gut überlegen, wenn ich jemanden nicht so gut kenne: Ich weiß ja gar nicht, ob ihm ein Kaktus gefällt.

Fragen: Johannes Thoma

Stammtisch:

Die „Kakteenfreunde Oberland“ treffen sich jeden ersten Freitag im Monat im Gasthaus „Neuwirt“ in Polling, das nächste Mal also am 7. April um 19 Uhr.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mit lackierten Fingernägeln zur Jagd
Den Menschen, die einen Jagdschein machen, ist es heute wichtiger als früher, Zusammenhänge in der Natur zu verstehen. Das zumindest hat Christian Schroll, …
Mit lackierten Fingernägeln zur Jagd

Kommentare