"Gesundheitsregion plus"

Mit Aktionsplan zu mehr Gesundheit - im Juni erste Ergebnisse

Weilheim-Schongau - Der Landkreis will mit dem Projekt "Gesundheitsregion plus" die Strukturen verbessern. Worum es dabei genau geht, lesen Sie hier:

Der Landkreis ist seit Sommer 2015 offiziell „Gesundheitsregion plus“. Das vom Freistaat geförderte Projekt läuft fünf Jahre, damit sollen die regionalen Gesundheitsstrukturen verbessert werden.

Hochkarätige Besetzung

Im August ging die Geschäftsstelle im Gesundheitsamt in Betrieb, im Dezember trat erstmals das „Gesundheitsforum“ zusammen. Darin sitzen 33 Experten, von Ärzten und Bürgermeistern bis zu Vertretern von Behörden, Sportvereinen und Sozialverbänden. Ihre Aufgabe: das ganze Projekt steuern. Seitdem tagte das Gremium aber nicht mehr, immerhin kamen heuer im Februar und März die zwei Arbeitsgruppen mit rund 30 ehrenamtlichen Teilnehmern mehrfach zusammen. Am 14. Juni werden die ersten Ergebnisse im Forum präsentiert. „Dort sollen die Weichen gestellt werden“, hofft Gesundheitsamtschef Dr. Karl Breu. Er ist zufrieden mit dem Erreichten. Forum und Arbeitsgruppen seien „hochkarätig besetzt“ und viele Themen entwickelt worden. Das ist auch gut so, denn die Ziele sind ehrgeizig.

Zentrale Punkte wie Ernährung und Bewegung

Gleich in mehreren Bereichen wollen Breu sowie die beiden Geschäftsstellenleiterinnen Judith Dangel und Jenny Ott ansetzen. Zum einen mit der Gruppe „Gesundheitsförderung und Prävention“. Zentrale Punkte laut Ott: „Ernährung und Bewegung, und zwar generationenübergreifend.“ Erste Zielgruppen sind Kinder und Jugendliche sowie Senioren.

Tag der offenen Tür ist geplant

Das Rad völlig neu erfinden wollen die Initiatoren jedoch nicht. Es gebe bereits viele gute Angebote im Landkreis, ist Dangel laut Pressemitteilung überzeugt. „Wir müssen sie nur bekannter machen.“ Dafür soll der „Tag der offenen Tür“ am 19. Juli im neuen Gesundheitsamt im Weilheimer „Sparkassen“-Gebäude sorgen. Dort ist eine Fortbildung für Ärzte geplant, Breu will 727 Kollegen im Ärztlichen Kreisverband anschreiben.

Psychologische Betreuung von Krebskranken noch ein Manko

Die zweite Arbeitsgruppe „Gesundheitsversorgung“ betritt Neuland. Hauptziel ist ein „integriertes Versorgungskonzept“ für Notfälle in der Region, wie es Breu nennt – bei der geriatrisch-palliativen-Versorgung sowie der Pflege generell auf der einen Seite und andererseits der onkologischen Versorgung als zweitem Standbein. Gerade die psychologische Betreuung von Krebskranken „ist ein Manko“, sagt Breu. „Wir hätten es gern dauerhaft hier.“ Breu denkt an eine „Notfallversorgung“. Diese brauche es: „Der Bedarf ist wahnsinnig da.“ Aber gerade bei den Palliativ-Medizinern gebe es Lücken, dabei sei die ganzheitliche Betreuung der Patienten „ein Riesenthema“.

Gesundheitsregion wird heute Thema im Kreisausschuss sein

Breu will die Ärzte zur Zusatzausbildung motivieren und „Anreize schaffen“ – vielleicht durch Befreiung von den normalen Bereitschaftsdiensten. Über die „Gesundheitsregion“ soll laut  Geschäftsstellenleiterin Ott jetzt bei Ärzten und Einrichtungen der Bedarf an der Palliativ-Versorgung ermittelt werden. Ott hat sich ein drittes Thema auf die Fahnen geschrieben: Sie will ausarbeiten, wie es überhaupt mit der Wirtschaftskraft des Medizinbereichs im Landkreis aussieht. Für die eigene Geschäftsstellenarbeit steht laut Leiterin ein 90 000-Euro-Etat jährlich zur Verfügung. Für die Projekte aber muss eine Finanzierung gestemmt werden. Die „Gesundheitsregion“ ist heute Thema im Kreisausschuss: Breu, Dangel und Ott werden dort das Projekt vorstellen. Ab 12. April ist es bei einer Ausstellung im Landratsamt an der Steinhartstraße zu erfahren.

Die Arbeitsgruppen sind offen für interessierte Fachleute. Infos zur „Gesundheitsregion“ bei Judith Dangel (Telefon 0881/681-1618) und Jenny Ott (Telefon 0881/681-1647).

Andreas Baar

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