Alkoholpräventionsprojekt erreichte bislang 3700 Menschen

Weilheim - Der Präventionskreis „Sucht“ zieht zur Halbzeit des Projektes eine positive Bilanz

Eine Bilanz zur Halbzeit zog der Präventionskreis gegen den Alkoholmissbrauch von Jugendlichen im Weilheimer Gesundheitsamt. „Suchtprävention im Landkreis hat eine lange Tradition“, sagte Dr. Karl Breu, Leiter des Gesundheitsamtes. Seit 30 Jahren engagiere sich der Arbeitskreis und könne zahlreich Erfolge verzeichnen. Grund für das Projekt „Wir geben Halt“ sei ein trauriger Anlass gewesen: „Über 300 Fälle von alkoholvergifteten Kindern und Jugendlichen wurden allein in den Jahren 2007 bis 2010 in unseren vier Krankenhäusern im Landkreis registriert“, so Leiterin des Projekts Petra Regauer. „Viele Eltern sind überfordert. Jugendliche sind ein Produkt der Nachlässigkeit der Gesellschaft“, mahnte Gabi Zeitler, Drogenpräventionsbeauftrage der Mittelschule Peißenberg. Dem stimmte auch Simon Bräutigam, Jugendbeamter bei der Polizei Weilheim zu: „Mit den Alkopops ist eine falsche Richtung vorgegeben worden. Plötzlich dachte die Jugend, dass saufen cool ist.“ Mit dem erhobenen Zeigefinger wolle man aber nicht vorgehen. Stattdessen soll versucht werden, nicht mehr den Rauschzustand, sondern den maßvollen Genuss von alkoholischen Getränken in das Bewusstsein der Jugend zu rufen.

Mit 21 von 34 angesprochenen Städten und Gemeinden fanden Beratungsgespräche statt und auch bei Vereinen war das Interesse groß. Genau wie bei Tankstellen, größeren Betrieben und weiterführenden Schulen. 30 Alkoholschulungen vor Veranstaltungen bei Vereinen und Verbänden sind bislang abgehalten worden. „Unser Ziel ist es, dass die Feierlichkeiten nur noch dann genehmigt werden, wenn die Veranstalter vorher unsere Schulung mitgemacht haben“, sagte Regauer. Erfreulich sei auch, dass die Partykiste mit alkoholfreien Getränken bereits 16 Mal kostenlos verliehen werden konnte. Nur bei den Supermärkten haben sich das Interesse in Grenzen gehalten. Der größten Erfolg konnte auf dem Weilheimer Volksfest verzeichnet werden. „2008 wurden noch zwölf alkoholvergiftete Jugendliche in Krankehäuser eingeliefert. Nach der ersten Alkoholschulung waren es 2009 nur noch vier und im vergangenen Jahr noch zwei junge Menschen. Das ist ein durchschlagender Erfolg“, so Regauer weiter. Rund 3700 Menschen habe „Wir gebe Halt“ bislang erreicht. „Wir haben die Veranstaltungen und Schulungen auf die Personen hochgerechnet“, so Gesundheitsamt-Leiter Breu.

Für 2011 stehen zunächst zwei „Ü 14“-Partys am 18. März im Weilheimer „Pit Two“ und am 25. März in Peißenberg an. Auch sollen Ende Oktober die zum Thema passenden Projekte der Gemeinden, Vereine, Gaststätten, Schulen, Betriebe und Supermärkte ausgewertet und mit einer Preisverleihung gewürdigt werden.

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