Erfolgreich in Sachen „Pferd“: Firmenchefin Susanna Limbecker und Pferdewirtschaftsmeister Sebastian Horler mit dem selbst gezogenen „Seeshaupt“. foto: hopp

Auch Paul Schockemöhle kauft hier Pferde

Bernried - Pferdeaufzucht auf hohem Niveau wird in Gut Adelsried bei Bernried betrieben. Auch Paul Schockemöhle ist dort Kunde.

Stolz blickt der dunkelbraune Hengst vom Hochglanz-Cover der Fachzeitschrift. Die blau-rote Schärpe, die um seinen Hals hängt, zeichnet ihn als Sieger aus. Er ist nicht irgendein Gewinner, sondern der beste Oldenburger-Hengst seines Jahrgangs. „Körsieger“ lautet der Fachbegriff. Dass es „Follow me“ auf die erste Seite im „Züchterforum“ geschafft hat, dafür sind Susanna Limbecker und ihr Team vom Gut Adelsried bei Bernried verantwortlich. Sie haben sich auf die „Aufzucht und Ausbildung hoffnungsvoller Nachwuchspferde spezialisiert“, wie es auf der Homepage des Unternehmens heißt. Die Liste an Erfolgen ist mittlerweile lang.

In den vergangenen Jahren brachten die Adelsrieder in schöner Regelmäßigkeit Körsieger und Prämienhengste hervor. „Darauf sind wir schon stolz“, sagt Limbecker. Die ausgezeichneten Pferde, die zumeist als Fohlen eingekauft und dann bis zur Körung auf dem Gut betreut werden, sind dann für die Crème de la Crème der deutschen Reiterszene interessant. Käufer sind unter anderem Paul Schockemöhle, das Gestüt Sprehe (Kristina Sprehe gewann bei Olympia 2012 Dressur-Silber mit dem Team) und das Dressurleistungszentrum Lodbergen. Körsieger „Follow me“ zum Beispiel erzielte einen Preis von 400000 Euro.

Eine mächtige Summe, doch bevor so viel Geld erzielt werden kann, muss Limbecker in Vorleistung gehen. Ein aussichtsreiches Fohlen gilt es erst einmal an Land zu ziehen. Limbecker ist dafür viel auf Reisen. Und dann besteht immer das Risiko, dass sich ein Pferd nicht so entwickelt wie gewünscht. Schon eine Verletzung kann das Aus in Sachen „Körung“ bedeuten, zu Spitzenhengsten werden nur makellose Tiere gekürt. „Das Risiko ist beträchtlich“, sagt die 36-jährige Chefin, die selbst Pferdewirtin und Dressur bis zum Grand-Prix geritten ist sowie ein BWL-Studium abgeschlossen hat.

Hinzu kommen die Kosten für die Betreuung. „Das Futter stellen wir selbst her“, erzählt Limbecker. 200 Hektar umfasst die Größe des Betriebs. Rund 70 Pferde stehen auf Gut Adelsried. Acht Mitarbeiter, darunter zwei Auszubildende, sind angestellt. Für die reiterlichen Belange ist vor allem Sebastian Horler zuständig. Der 27-Jährige Pferdewirtschaftsmeister hat in Schwaiganger gelernt und in den Ställen von Schockemöhle und Wolfram Wittig, dem ehemaligen Trainer von Dressur-Olympiasiegerin Isabell Werth, gearbeitet.

Erst im Januar stellte das Unternehmen aus Oberbayern den 1. Reservesieger bei den süddeutschen Hengsttagen in München. Und im Vorjahr erhielt „Susu’s Boy“ bei den Süddeutschen das Top-Prädikat „Körsieger“. Derlei Erfolge sprechen sich in der Szene herum. „Mittlerweile rufen die Züchter an und bieten Fohlen an“, sagt Limbecker.

Doch nicht nur mit der elitären Zucht beschäftigt sich das Unternehmen, „wir bieten auch grundsolide Reitpferde an“, sagt Susanne Limbecker. Das Augenmerk liegt auf der Dressur. Die Pferde werden auf Turnieren dem Alter entsprechend (also in Reitpferdeprüfungen und Dressurpferdeprüfungen) vorgestellt. Die Ausbildung bis in die hohe S-Klasse beherrschen die Mitarbeiter. Ab und zu wird ein Pferd bis zu diesem Ausbildungsstadium auch gehalten, in der Regel aber früher verkauft.

Das Geschlecht ist im Sport übrigens egal. „Stuten sind uns genau so viel wert“, sagt die Firmenchefin. Kürzlich kaufte die dänische Olympiateilnehmerin Anna Kasprzak eine „See-Pferde“-Stute. Der Name Adelsried hat sich bis weit in den Norden herumgesprochen.

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