Obergrenze beim Barzahlen? Die Bundesregierung erwägt ein 5000-Euro-Limit. Foto: dpa

Barzahlen - nur mehr bis 5000 Euro?

Landkreis - Dass Barzahlen künftig nur mehr bis zu einem Betrag von 5000 Euro erlaubt sein soll - das erwägt die Bundesregierung. Reaktionen aus dem Landkreis...

Peter Wittig, der in Weilheim ein Autoservice-Center mit Gebrauchtwagenhandel betreibt, wäre nicht glücklich über die vorgeschlagene Obergrenze. „Beim Autokauf geht es schnell über 5000 Euro“, sagt er - und Barzahlung bei Abholung sei in seinem Betrieb üblich. Vorabüberweisungen kämen nur selten vor.

Der Satz „Nur Bares ist Wahres“ gilt für Wittig weiterhin. Kommt das Limit von 5000 Euro, müsste sich der Betrieb umstellen: etwa auf vermehrte Vorabüberweisungen oder auf eine Kombination verschiedener Zahlungsvarianten (zum Beispiel 5000 Euro in bar und den Restbetrag per EC-Karten-Zahlung), wie der Geschäftsmann erklärt.

„Es muss dem Kunden überlassen bleiben, wie er bezahlen will“, sagt Angelika Weber, Inhaberin von „Einrichtung Schuster“ in Weilheim. Von der 5000-Euro-Obergrenze hält sie daher nichts. Schlechte Erfahrungen mit Barzahlungen hat Weber noch nicht gemacht. Bei ihr können die Kunden wählen, wie sie bezahlen möchten: Per Bankeinzug und per Überweisung ist genauso möglich wie eben in bar. Für die Geschäftsinhaberin ist es auch in Ordnung, wenn jemand „sein Geld unter dem Kopfkissen“ aufheben und dann in bar zahlen möchte. Schließlich gebe es kaum Zinsen für Gespartes.

Fast überhaupt keine Rolle spielen Barzahlungen bei „Möbel Raab“ in Penzberg, wie Geschäftsführerin Rosilde Alt erklärt. Wie „Einrichtung Schuster“ fordert auch ihr Betrieb von den Kunden keine Barzahlung bei der Möbellieferung. Stattdessen erhält der Kunde eine Rechnung, die heutzutage nach Alts Erfahrung vor allem per Online-Banking beglichen wird.

„Es liegt Jahrzehnte zurück, dass der Kunde sagte ,Nur Bares ist Wahres’ und sein Geld noch sehen wollte, bevor er es ausgab“, so die Geschäftsführerin. Außerdem sei es gar nicht so einfach, bei der Bank sofort zum Beispiel 10 000 Euro in bar zu bekommen.

„Eine solche Neuregelung wäre im Handwerk kein Problem“, sagt Kreishandwerksmeister Stefan Zirngibl über das vorgeschlagene 5000-Euro-Limit. Schließlich sei es üblich, dass Handwerksbetriebe ihre Leistungen in Rechnung stellen und der Betrag danach vom Kunden überwiesen wird. Bei kleineren Reparaturen kämen aber noch Barzahlungen vor, für die der Kunde dann eine Quittung erhalte. Dabei spiele aber die Obergrenze von 5000 Euro keine Rolle.

Von der Einführung eines Limits für Barzahlungen versprechen sich Politiker, Schwarzgeldgeschäfte einzudämmen und Finanztransaktionen von Terroristen zu erschweren.

Stephanie Uehlein

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