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Der lustige Landwirt Leonhard ist leider nicht fündig geworden. Alle Infos zu "Bauer sucht Frau" im Special bei RTL.de.

Wie viel Wahrheit zeigen Leonhard & Co. auf RTL?

Landwirt: Ärgere mich furchtbar über "Bauer sucht Frau"

Landkreis/Polling - Wie viel Wahrheit steckt in der RTL-Sendung "Bauer sucht Frau"? Georg Saur vom Maschinenring Oberland hat eine ziemlich deutliche Meinung dazu, was unter anderem beim Pollinger Landwirt Leonhard gezeigt wurde.

Kein Glück hatte Leonhard Geiger, als er für RTL in der Sendung „Bauer sucht Frau“ auf Freiersfüßen wandelte. Beide Frauen, die auf seinem Hof in Polling zu Besuch waren, konnten sich nicht für den 26-Jährigen erwärmen. Ist es Landwirte wirklich so schwer, eine Partnerin zu finden? Und was halten Fachleute von der Sendung? Georg Saur vom Maschinenring Oberland kennt die Antworten.

Herr Saur, ärgern Sie sich über die Sendung „Bauer sucht Frau“?

Georg Saur kennt die Probleme von Landwirten. fkn

Ja, ich ärgere mich. Ich find‘ sie furchtbar. Es wird ein falsches Bild der Landwirtschaft vermittelt. Wenn ich zu den Betrieben rausfahre, dann sehe ich, dass diese mit der Zeit gehen, hochtechnisierte und moderne Betriebe sind, wo die Tierwelt im Vordergrund steht. Die Sendung spielt mit Klischees.

Vordergründig will „Bauer sucht Frau“ Landwirten bei der Partnersuche helfen. Gibt es denn so viel Bedarf?

Wenn ich in mein Umfeld schaue, stelle ich fest, dass das nicht ein Problem der Landwirtschaft ist, sondern eines der Leute an sich. Die jungen Leute haben zum Beispiel Probleme, die richtigen Gesprächsthemen zu finden. Das hat aber nichts mit der landwirtschaftlichen Situation zu sein.

Wo können der Maschinenring oder andere landwirtschaftliche Organisationen jungen Landwirten helfen?

Bei zahlreichen Veranstaltungen in den letzten Jahren haben wir Defizite festgestellt, Probleme die an uns herangetragen wurden. An zweiter Stelle stand die Suche nach einem Partner. Darum haben wir vor Jahren Fahrten für Alleinstehende angeboten oder persönlichkeitsbildende Seminare für die junge Generation. Im November haben wir ein „Flirtseminar“, also ein Coaching für junge Landwirte und Handwerker, angeboten. Doch die Anmeldezahl war zu gering, die Hemmschwelle war wohl zu hoch. Vielleicht war der Name auch nicht richtig gewählt.

Gibt es einen kritischen Punkt in einer jungen Partnerschaft in der Landwirtschaft?

Ein landwirtschaftlicher oder handwerklicher Betrieb ist ein Familienbetrieb. Wenn nun beispielsweise eine Jungbäuerin plötzlich in diesen Familienbetrieb eintritt, verändert sich das System: Es wird neu gegliedert, die Kompetenzen werden neu verteilt. Ich habe eine Vision, dass wir genau an diesem Punkt Unterstützung bieten müssen, diesen Übergang moderieren müssen, um Konflikte - auch zwischen Alt und Jung - frühzeitig zu vermeiden. Wenn man da nicht rechtzeitig ansetzt, kann es zu einer gefühlten Drucksituation für die jungen Damen kommen, die sich dann auch vom Betrieb entfremden könnten.

Die Fragen stellte Severin Strobl. 

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