Stilles Gedenken an den Bahngleisen: die Bernrieder Bahnhofsgruppe. foto: gronau

Zum Baum der Versöhnung

Bernried - Zum achten Mal hat die „Bahnhofsgruppe Bernried“ am Samstag des KZ-Zugs gedacht.

Neben den Gleisen, genau dort, wo am 28. April 1945 der Zug mit Häftlingen aus dem Dachauer Konzentrationslager stand, versammelten sich am Samstag etwa 50 Teilnehmer, die Hälfte von ihnen Kinder. Über deren Interesse freute sich Organisatorin Judy Grosch besonders. Sie hatte die Gruppe 60 Jahre nach Kriegsende gegründet. Nun, am Bahnhof, las die 13-jährige Sarah Starke vor, was ihre Großtante Annemarie Gutmann, geborene Mayer, geschildert hat - eine ebenso detailreiche wie berührende Beschreibung der bei Kriegsende 19-Jährigen. Etwa, was geschah, als die Häftlinge von der Schweizer Gesandschaft ein paar Lebensmittel erhalten hatten: „Sie haben sich diese Bissen gegenseitig aus dem Mund gerissen vor Hunger.“

Zu hebräischen und jiddischen Liedern, die das Ehepaar Florentine und Gregor van Scherpenberg aus Feldafing einfühlsam mit Bratsche und Gitarre spielte, versuchte die Gruppe dann, sich kurz in die damalige Situation zu versetzen, um schließlich zum „Baum der Versöhnung“ zu gehen. Ihn hatte die Bahnhofsgruppe auf einer Wiese nebenan gepflanzt. nz

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