Im Herbst soll er/sie seine Arbeit aufnehmen

Landkreis stellt eigenen Behindertenbeauftragten ein

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Weilheim/Landkreis - Der Landkreis stellt einen eigenen Behindertenbeauftragten ein. Dieser führt auch die Geschäfte eines neuen Kreisgremiums, des Teilhabebeirates. Das ist keine leichte Aufgabe: 

Der Teilhabebeirat ist keine neue Erfindung, bislang hieß er Teilhaberat und war ein Zusammenschluss von Interessensvertretern verschiedener Gruppierungen, deren gemeinsames Ziel „die Umsetzung der für ein inklusives Gemeinwesen im Landkreis Weilheim- Schongau notwendigen Planungsziele“ war, wie es in seiner 2013 verfassten Geschäftsordnung hieß.

Ingo Remeschlenkte die Geschäfte des Teilhaberates in den vergangenen Jahren und war maßgeblich an der Ausarbeitung des Planungshandbuches beteiligt. 

Neu ist aber, dass der Landkreis einen eigenen Behindertenbeauftragten einstellt. Damit beschreitet er einen noch kaum gegangenen Weg, denn solche hauptamtlichen Ansprechpartner sind in den Kreisbehörden bisher dünn gesät. Wenn es Behindertenbeauftragte gibt, sind diese meist ehrenamtlich tätig.

Der (oder die) neue Behindertenbeauftragte des Landkreises soll im Herbst seine Arbeit aufnehmen. Das Bewerbungsverfahren ist laut Martina Huber von der Pressestelle des Landratsamtes inzwischen beendet. Das interne Verfahren, dazu zählt die Absprache mit dem Personalrat, laufe aber noch.

Die Anstellung eines Behindertenbeauftragten ist ein Beitrag zu mehr Inklusion im Landkreis, die Installation des Teilhabebeirates ein anderer. Vor gut eineinhalb Jahren war die Idee aufgekommen, aus ihm ein Kreisgremium, einen Beirat, zu machen – auch, um ihm einen größeren politischen Stellenwert und mehr Verbindlichkeit zu geben. Er berät nun den Kreistag, die Ausschüsse und die Landrätin. Er folgt damit Ingo Remesch nach, der bislang als Geschäftsführer des Teilhaberates fungierte und künftig wieder seiner ursprünglichen Arbeit im Gesundheitsamt nachgeht.

Als Arbeitsgrundlage dient ein vom Teilhaberat ausgearbeitetes Planungshandbuch, in dem die Kennzeichnung von barrierefreien Toiletten und Fahrzeugen bei Bus und Bahn ebenso empfohlen wird wie die Selbstverpflichtung von Veranstaltern, barrierefreie Räume zu nutzen und induktive Schleifen für Hörbehinderte in Kirchen und Versammlungsräumen anzulegen. Zudem wird in dem Handbuch viel Gewicht auf die Vernetzung von Angeboten gelegt.

Bevor der Teilhaberat von den Mitgliedern des Kreistages in den Status eines Teilhabebeirates erhoben wurde, gab es noch eine kleine politische Debatte, die aber schnell beendet war. Sie drehte sich um die Besetzung des Gremiums durch die Politik. In dem Vorschlag der Verwaltung waren nach dem Verteilungsschlüssel für die Fraktionen nur fünf Sitze vorgesehen; zwei für CSU/FDP und je einer für SPD, BfL und Grüne.

Susann Enders (Freie Wähler/Weilheim), Behindertenbeauftragte des Weilheimer Stadtrates, nannte das Schaffen des Beirates „ein starkes Zeichen“, bedauerte aber – wie auch Agnes Edenhofer (Unabhängige-ödp/Oberhausen) –, dass die kleinen Fraktionen dort nicht vertreten sind. „Wir sollten alle Fraktionen zulassen“, forderte Manuela Vanni (Unabhängige/ödp/Peißenberg), Unterstützung kam von Franz Seidel (BfL): „Alle politischen Gruppierungen sollten rein, wir reden ja von Inklusion“.

Da CSU-Fraktionschef Peter Erhard (Böbing) bei der Vergrößerung des Gremiums auf sieben Sitze keinen Anspruch auf einen weiteren für die CSU erhob, erhielten auch Freie Wähler und Unabhängige /ödp einen.

Neben den sieben Politikern gehören dem Teilhabebeirat 13 Vertreter von Vereinen, Verbänden und Kommunen an. Dazu zählen der „Beirat für Menschen mit Behinderungen“ ebenso wie der VdK, das Selbsthilfeforum und der Steuerungsverbund psychische Gesundheit.

Rubriklistenbild: © dpa

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