Bruder mit Metallstange attackiert - Geldstrafe

Landkreis - Ein Bruderzwist endete mit einer Geldstrafe für einen 56-Jährigen. Dieser wurde wegen versuchter, gefährlicher Körperverletzung verurteilt.

Hat ein 56-jähriger aus einem Dorf im Landkreis seinem Bruder am 2. März gegen 23.30 Uhr eine Teppichstange nachgeworfen oder nicht? Diese Frage galt es am Amtsgericht Weilheim zu beantworten, wo sich der 56-Jährige wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung verantworten musste.

Ihm wurde vorgeworfen, bei einem Streit mit seinem Bruder in der Wohnung der pflegebedürftigen Mutter diesem eine Metallstange, hinterhergeworfen zu haben, als er gerade die Treppe hinaufging. So hat es auch der Bruder bei seiner Zeugenaussage vor Gericht beschrieben: „Ich habe Angst gekriegt, bin schnell die Treppe hoch, und er hat mir die Stange nachgeschmissen. Ich habe gezittert vor Angst.“

Der Angeklagte schilderte den Vorfall an der entscheidenden Stelle anders: Es habe zwar Streit mit seinem Bruder gegeben, er habe ihm aber nichts hinterher geworfen. „Ich habe die Stange genommen und hingelegt“, so der 56-Jährige. Die Metallstange war eine von mehreren, mit denen der Teppich auf der Treppe im Haus der Mutter befestigt war. Sie lag wahrscheinlich schon vor dem Vorfall lose auf der Stufe.

Der Streit ist der bisherige Höhepunkt eines jahrelangen Kleinkrieges zwischen den beiden Brüdern. Der Bruder, der angegriffen wurde, schilderte vor Gericht, dass er in ständiger Angst vor seinem Bruder lebe, dass dieser ihn bedrohe und schikaniere, wo es nur gehe. Der Angeklagte wirft seinem Bruder vor, die Mutter, mit der dieser zusammen in einem Haus lebt, nicht gut zu versorgen. Auch bei der Auseinandersetzung am 2. März ging es um die bettlägrige, alte Frau: „Meine Mutter war zwei Wochen lang nicht mit Heizung versorgt worden“, schilderte der Angeklagte, er sei zu ihr gefahren, um einzuheizen. Darüber sei es dann zum Streit gekommen.

Richterin Katrin Krempl hielt die Version des Angeklagten für eine Schutzbehauptung und verurteilte den 56-Jährigen wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 8800 Euro. Sie sehe keinen Grund, an der Aussage seines Bruders zu zweifeln: „Er war heute noch total fertig“, sagte die Richterin.

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