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Die Maibaumdiebe neben dem Baum, den sie sich in Oderding gemopst haben.

Forst/Oderding

Esel wieherte zu spät - Burschen stehlen Oderdinger Maibaum

Forst/Oderding - Die Forster-Burschen haben sich an den Oderdinger Maibaum rangemacht. Der Esel am „Albrecht-Hof“ schlug zwar noch Alarm, da war es aber schon zu spät.

Sie haben es wieder getan. Wie schon in den letzten Jahren rissen sich die Forster Burschen in einer Nacht- und Nebelaktion einen Maibaum unter den Nagel. Nach akribischer Vorarbeit inklusive mehrfachen Ausspähens und eines mehrstündigen Einsatzes in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch entführten sie diesmal den fertig gehobelten Baum aus Oderding.

Sie nutzten die Gunst der Stunde

„Wir waren schon eine Woche davor dran, als wir ihn holen wollten, war er aber bewacht“, berichtete Josef Taffertshofer von den Forster-Burschen. Beim zweiten Versuch klappte es dann. Der Lagerplatz am „Albrecht-Hof“ in Oderding war unbewacht. Taffertshofer und seine Mitstreiter organisierten daraufhin in Windeseile per Telefon ein rund 30-köpfiges „Entführerteam“, um die Aktion über die Bühne zu bringen. Dazu gingen die Forster überaus geschickt vor.

Mit dem Esel hatten sie nicht gerechnet

Um selbst nicht erkannt zu werden, klebten sie die Bewegungsmelder für die Hofbeleuchtung mit Klebeband ab. Gleichzeitig sorgten sie mit Pappdeckeln für verdunkelte Fenster, um das Entdecken beim Verladen des Baums zu erschweren. Mit dem Esel des Hofbesitzers hatten sie aber nicht gerechnet. Der Hofbesitzer bemerkte das Wehklagen seines Vierbeiners jedoch erst, nachdem die Forster mit dem Maibaum das Weite gesucht hatten.

Auch Martin Pape, von der Oderdinger Dorfgemeinschaft, die den Baum aufstellt, bekam Wind von der Aktion und versuchte die „Baumklauer“ zu stellen, die sich ohne Licht von dannen gemacht hatten. „Ich bin leider in die falsche Richtung gefahren“, gestand Pape nach seiner vergeblichen Rettungsaktion. Letztlich schafften es die Forster über die Oderdinger Flurgrenze. Ab da durfte dann auch mit Licht gefahren werden.

Am Sonntag wird der Baum eingetauscht

In Zellsee stieß Pape schließlich auf die Entführer, die den Baum traditionell in der Tenne des „Bondl-Hof“ unterbrachten. Dort wurde auch gleich über die Auslöse verhandelt. Die Beteiligten einigten sich dabei recht schnell auf ein Mittagessen für alle Forster Entführer und genügend Bier. Die Vereinbarung sieht zudem vor, dass der 29-Meter- Baum am Sonntag nach Oderding zurückgebracht wird. „Bis dahin brauchen wir ihn nicht bewachen, das übernehmen die Forster“, nahm es Pape mit Humor. Bis zum 1. Mai wollen ihn die Oderdinger dann auch besser im Auge behalten.

Roland Halmel

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