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Das Spekulieren hat ein Ende. Angela Merkel will im kommenden Jahr wieder Bundeskanzlerin werden.

Umfrage unter Politikern

CSU-Basis sieht keine Alternative zu Merkel

Landkreis - Angela Merkel hat sich aus der Deckung gewagt, 2017 will sie wieder – zum vierten Mal – für das Amt der Bundeskanzlerin kandidieren. Eine gute Idee? Wir haben CSU-Politiker aus dem Landkreis befragt.

Nick Lisson ist Ortsvorsitzender des CSU-Ortsverbands Penzberg, Kreisvorsitzender der Jungen Union Weilheim-Schongau und Redakteur bei „Antenne Bayern“. Der 31-Jährige sagte: „Ich bin ganz ehrlich, seit der Flüchtlingskrise bin ich kein besonders großer Merkel-Fan mehr. Andererseits: Es geht uns ja gut, und Merkel ist dennoch eine verlässliche Größe, das ist also sicherlich keine schlechte Entscheidung.“ Der Zustrom von Asylbewerbern habe dazu geführt, dass man unter anderem im Landkreis einen enormen Kraftakt habe leisten müssen, erklärt Lisson. Innerhalb kürzester Zeit habe man so viele Flüchtlinge wie möglich unterbringen müssen, und damit sei man von Berlin alleine gelassen worden. „Das war für mich und die ganze CSU ein großer Schock“, erinnert er sich. Inzwischen habe sich die Lage etwas entspannt, die „dezenten Hinweise“ auf die extreme Situation seien bei Merkel angekommen. Das Thema wird laut Lisson aber auch einen der größten Punkte im Wahlkampf einnehmen, weshalb er um das Wahlergebnis besorgt sei. Die „Asyl-Geschichte“ sei es, was die Menschen derzeit beschäftige, und damit habe Merkel zuletzt einige Punkte eingebüßt. In Hinblick auf Trump beispielsweise sei Merkel die beste und eine ernst zu nehmende Option für Deutschland. Lisson: „Als Alternative seh ich tatsächlich niemanden.“

Eduard Ott glaubt, dass es Merkel wegen ihrer Flüchtlingspolitik schwer haben wird. Eberfings Altbürgermeister hätte gern einen „fähigen Politiker“ an der Spitze, hat aber keinen im Blick. „Ich habe mich damit noch nicht so befasst“, sagt er über die Kanzlerwahl. „Hoffentlich findet sich einer.“

„Ich wüsste nicht, wen die CDU sonst aufstellen sollte. Das hat man bei der Kandidatensuche für den Bundespräsidenten gesehen“, sagt Altlandrat Manfred Blaschke. Merkel habe dafür gesorgt, dass niemand Gefährliches rechts oder links neben ihr stehe. Deshalb sei es keine Überraschung, dass sie noch einmal antrete. „Ich bin nicht mit allem einverstanden, was sie in letzter Zeit gemacht hat. Aber es ist eine schwere Zeit, wenn ich mir die US-Wahl oder die Situation der EU anschaue“. so Blaschke. „Deshalb habe ich Respekt davor, dass sie sich das noch einmal antut.“

„Uneingeschränkt für eine erneute Kanzlerkandidatur von Angela Merkel ist Altlandrat Luitpold Braun, „weil ich sie einfach gut finde“. Deutschland gehe es gut, deshalb sehe er keinen Grund, warum irgendjemand sonst das Amt übernehmen sollte. „Frau Merkel ist eine gute Bundeskanzlerin und sollte es bleiben“, sagt Braun.

„Für mich ist klar, dass Angela Merkel derzeit die einzige ist, die im Stande ist, Europa zusammenzuhalten“, sagt Walter Wurzinger, auch, wenn sie in der Innenpolitik eher weniger wahrgenommen werde. „Deshalb begrüße ich die Entscheidung, dass sie noch einmal kandidiert. Ich sehe auch keinen anderen Kandidaten, der geeignet gewesen wäre“, so der Ortsvorsitzende der CSU Peißenberg. „Ich denke, dass sie auch gute Chancen auf eine Wiederwahl hat und der Großteil der Deutschen hinter ihr steht.“

Susanne Schmalhofer, die stellvertretende Vorsitzende des CSU-Ortsverbands Weilheim, respektiert „grundsätzlich die Entscheidung der CDU. Ich denke, dass Angela Merkel in den elf Jahren gute Politik gemacht hat – und ich sehe keine Alternative.“ Für einen Sieg müsse Merkel jedoch im Wahlkampf die Themenschwerpunkte so setzen, dass sie die breite Bevölkerung damit erreiche und den konservativen Kern, der von der Partei noch übrig geblieben sei. Auch müsse sie bei Themen, die populäre Stimmenfänger seien, Lösungsansätze formulieren. Schmalhofer über Merkel: „Sie ist nicht mehr unschlagbar.“ kma, lvp, td, bo

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