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Gudrun Grill ist im Asyl-Unterstützerkreis.

Was Helfer zum Unwort des Jahres sagen

„Diese Gutmenschen“

Landkreis "Gutmensch" ist das Unwort des Jahres. Was sagen Was Asylhelfer und ehrenamtlich Engagierte über diese Bezeichnung.

Alexandra Link-Lichius ist Stadträtin in Penzberg.

Das Wort „Gutmensch“ ist zum Unwort des Jahres gewählt worden. Als „Gutmenschen“ seien 2015 insbesondere diejenigen beschimpft worden, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe betätigen oder sich gegen Angriffe auf Flüchtlingsheime gestellt haben. Toleranz und Hilfsbereitschaft würden durch dieses Unwort als weltfremd, naiv und dumm dargestellt und als Helfersyndrom diffamiert, so die Jury, die ydas Unwort kürt.

Wie sehen das die Helfer, die in den Asylunterstützerkreisen im Landkreis tätig sind oder sich in anderen Bereichen sozial engagieren? Werden sie als gute Menschen gelobt oder als „Gutmenschen“ beschimpft?

„Direkt ist mir dieses Wort noch nie ins Gesicht gesagt worden“, sagt Lisa Hogger vom „Unterstützerkreis Asyl“ in Peißenberg. Durch die Blume sei ihr aber schon zu verstehen gegeben worden, dass ihre Mitstreiter und sie mit ihrem „Gutmenschsein“ dafür sorgen würden, dass immer mehr Flüchtlinge kommen.

Lisa Hogger engagiert sich für Flüchtlinge-

Sie engagiere sich für Flüchtlinge, weil diesen ihrer Meinung nach geholfen werden muss. „Ich stelle mir vor, wie es wäre, wenn mein Sohn oder meine Tochter fliehen müssten. Ich wollte auch, dass ihnen dann geholfen wird.“ Zudem hält sie die Unterstützung von Asylbewerbern für die einzige Möglichkeit, unsere Gesellschaft vor Unfrieden zu bewahren. „Wir helfen, dass es friedlich bleibt“, sagt Lisa Hogger.

Wenn Menschen, die aus fremden Kulturkreisen nach langer, schrecklicher Flucht zu uns kommen, sich selbst überlassen blieben, würde das Aggressionen hervorrufen, davon ist Hogger überzeugt. „Wenn wir wegen dieses Engegements Gutmenschen sind, ist das im eigentlichen Sinn des Wortes o.k..“ Wer dieses Wort höhnisch meine und auch so gebrauche, diffamiere sich selbst.

Alexandra Link-Lichius ist in Penzberg Stadträtin (SPD), im Kirchenvorstand der evangelischen Gemeinde, war viele Jahre Elternbeirätin und leitet einen Chor. Für die Lehrerin und dreifache Mutter gehört soziales Engagement zum Selbstverständnis. Die Gesellschaft profitiere überall von Menschen, die mehr als ihre Pflicht täten. Doch für ihr Engegement ernte sie nicht nur Lob, so Link-Lichius: „Es kommt schon vor, dass du als engagierter Mensch zu hören bekommst: ,Du brauchst das ja’.“

Gudrun Grill und ihre Mitstreiter vom „Unterstützerkreis Asyl“ in Weilheim sind sogar schon von offizieller Seite als „diese Gutmenschen“ bezeichnet worden. „Das trifft nicht die Motivation der Menschen“, sagt sie. Ihrer Ansicht nach meinen viele, dass in den Unterstützerkreisen das Helfersyndrom grassiere. Für sie als Christin sei es es klar, dass Menschen, die Hilfe benötigen, geholfen werden müsse.

Dass sich durch die Wahl des Unwortes etwas ändert, glaubt Grill nicht: „Die, die dieses Wort benutzen, werden das weiter tun.“

Kathrin Hauser

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