Noch vor Beginn der Dorferneuerung wurde die Kneippanlage in Eberfing realisiert. foto: gronau

Häuserchronik und Supermarkt

Eberfing - In Eberfing geht die Dorferneuerung in die heiße Phase 53 Projekte sind geplant.

Drei Jahre lang hat man an der Vorplanung gewerkelt, rund 60 Sitzungen abgehalten und Organisationsstrukturen geschaffen. Nun wird in Eberfing langsam die Umsetzungsphase für das Projekt „Dorferneuerung/Gemeindeentwicklung“ eingeläutet: In diesem Jahr steht konkret bereits die Erweiterung des Parkplatzes am Gemeindezentrum auf dem Programm. Zudem soll heuer ein dritter Band des Heimatbuches mit einer Häuserchronik herausgebracht werden.

Da verwundert es nicht, dass Bürgermeister Georg Leis im Zusammenhang mit der „Dorferneuerung“ von „nicht ganz unspannenden Zeiten“ spricht. Nach Meinung des Rathauschefs bedeutet der Entwicklungsprozess für die 1400-Einwohner-Gemeinde eine „Weichenstellung“, „die nicht nur kurzfristig, sondern für die nächsten Jahrzehnte wirkt“. Im vorläufigen Konzept wurden 53 Projekte aufgelistet, die in den nächsten zehn bis 15 Jahren als Leitfaden für die Kommunalpolitik dienen sollen.

Als Schwerpunkte aufgeführt sind unter anderem Maßnahmen zum landwirtschaftlichen Wegebau oder zum barrierefreien Ausbau der dörflichen Infrastruktur (zum Beispiel Neubau und Ergänzung des Gehwegs zwischen Schule und Sportplatz). Größere Projekte sind die Schaffung eines Dorfgemeinschaftshauses als Jugend- und Seniorentreff sowie die Neugestaltung der Ringstraße. Neben soziokulturellen und ökologischen Maßnahmen (zum Beispiel Gründung einer Nachbarschaftshilfe und Neugestaltung des Landschaftsweihers) haben die Eberfinger aber auch die Ansiedlung eines Vollsortimenters auf ihrer Wunschliste stehen. Im Dorf gibt es zwar einen Getränkemarkt, einen Metzger und eine Bäckerei, aber speziell für „Non-Food-Waren“ fehlen die Angebote: „Das ist objektiv eine Schwäche bei uns in Eberfing“, sagt Leis.

An ersten Planungen wird bereits gearbeitet - wobei klar ist, dass keine Handelskette als Betreiber in Frage kommt: „Für die ist Eberfing nicht das erste Zielobjekt“, so Leis. Denkbar wäre aber ein „Bürgersupermarkt“ in Form eines Genossenschaftsmodells - wie in Seeshaupt. Die Gemeinde will die Bedingungen hierfür prüfen, auch die Standortfrage müsse diskutiert werden: „Da gibt es Überlegungen, die aber noch nicht spruchreif sind“, erklärt Leis, hinsichtlich des Vollsortimenters. „Das wird ein paar Jahre dauern. Da bin ich mir sicher“, so Leis

Insgesamt ist für die Dorferneuerung ein Gesamtkostenbudget von rund 3,8 Millionen Euro kalkuliert worden. Als Fördersumme kann die Gemeinde mit etwa 1,8 Millionen Euro an staatlichen Zuschüssen rechnen.

Doch das ist eben nur der finanzielle Aspekt. Die Dorferneuerung steht in Eberfing unter dem Motto „Gemeinsam Zukunft gestalten“ - und das ist bislang keine leere Phrase: Leis spricht jedenfalls von einem „echt positiven Effekt“ und „guten Ergebnissen“, wenn er über die Bürgerbeteiligung und die rund 50 aktiven Teilnehmer berichtet: „Es war unser Ziel, dass wir über die Gemeindeentwicklung nicht nur im Gemeinderat, sondern mit der Bevölkerung reden - und das ist gelungen“, so der Bürgermeister. jep

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