600 Schüler weniger als prognostiziert

„Eigentlich eine Schule zu viel“

Landkreis - Die Schülerzahlen für Gymnasien und Realschulen im Landkreis liegen weit unter den Prognosen. Und zwar 600 unter der Vorhersage.

 „Eigentlich haben wir eine Schule zu viel“. Das Fazit von Landrätin Andrea Jochner-Weiß zu den neuen Zahlen an den weiterführenden Schulen im Landkreis wurde im Kreis- und Schulausschuss bei der Sitzung am Montag mit Ernüchterung aufgenommen. Laut der jährlichen Erhebung des Landratsamtes gibt es in diesem Schuljahr weit weniger Schüler als dies ein Statistikbüro ermittelt hatte.

Knapp 600 Mädchen und Buben weniger als vom Institut SAGS vor rund sechs Jahren prognostiziert, besuchen derzeit die drei Gymnasien und die vier Realschulen des Landkreises. „Besonders eklatant“ ist laut Rene Jakob vom Landratsamt der Unterschied zwischen den tatsächlichen Zahlen und den Prognosen an der Realschule Weilheim mit knapp 200 Schülern weniger (siehe auch Kasten). Relativ konstant sind die Zahlen an den Förderschulen in Altenstadt, Penzberg und Weilheim sowie an der Landwirtschaftsschule in der Kreisstadt.

Der Rückgang am Gymnasium Weilheim (-123 gegenüber der Prognose) habe aber keine Auswirkungen auf die derzeit laufenden Bauvorhaben, so Kämmerer Norbert Merk. Der Rückgang an allen drei Gymnasien hat laut Jakob sicher auch mit der Unsicherheit der Eltern wegen der ungeklärten Fragen zu G 8 und G 9 zu tun. In Penzberg verzeichnet das Gymnasium gegenüber dem Jahr 2010 ein Schüler-Minus von 14,7 Prozent, in Schongau sind es 15,5 Prozent.

Steigend hingegen sind die Zahlen an den beiden Berufsschulen, das liegt aber fast ausschließlich an den Flüchtlingen, die dort unterrichtet und auf eine Berufsausbildung vorbereitet werden. Das war bei der Erstellung der Schulprognose noch nicht absehbar.

Jochner-Weiß gestand bei der Sitzung ein, „dass sie schlucken musste“, als sie die Zahlen gelesen habe. Von den Mitgliedern des Kreis- und Schulausschusses meldete sich niemand zu Wort. Das Institut SAGS war schon früher wegen seiner Prognosen kritisiert worden, unter anderem von Kreisrat Hans Schütz (Peiting, Grüne).

Johannes Thoma

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